im Detail
Deultum (Thrakia)
a0014 - Philippus I |
IMP IUL PHILIPPUS AUG
Büste belorbeert rechts
|
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C F P D
Tempel, 4-s., [unter Brunnen, Bienenkorb etc.]
unklar |
| AE | 15 mm | 3.12 g | 2 h | SNG Bulg.1790, (Varb.engl. 3040) |
Die Deutung des seltsamen Gebildes auf dem First eines 4-säuligen Tempels (Variante: auf einer altarförmigen, mit einer 4-säuligen Tempelfront geschmückten Basis) scheint unverändert völlig offen: Baitylos, Bienenkorb, Schlägel, Schröpfkopf, Omphalos, "gedrungener Obelisk" ua, neuestens (Amandry) Fontäne oder Brunnen (Meta sudens). Bei genauer Betrachtung sind die Vorschläge doch eher abwegig, insbes. auch die heute häufig zitierte Interpretation von Amandry: die in RPC II herangezogenen Münzen aus Korinth (Nr 160f, Domitian) lassen nämlich deutlich erkennen, daß dort der fragliche Gegenstand in (!) einer Umfassung ruht (und insofern der Meta sudens, Price/Trell 113, ähnlich ist, vgl. auch Notiz zu #a0676
, Patras), während alle Beispiele aus Deultum auf (!) einem Stand (Tempel, Sockel) plaziert sind; darüberhinaus ist das Objekt dort kegelförmig, in Deultum imponiert aber besonders die rundbauchige Form.
Auch meine Meinung, darin eine Art Karaffe, ein Behältnis mit einem Stöpsel zu sehen (zB ein Salbgefäß als pars pro toto für kultische oder medizinische Vorgänge im Tempel), kann nicht auf alle Varianten zutreffen.
ZB gibt es eine Variante (Otacilia, nicht in dieser Sammlung), die tatsächlich einem Bienenkorb ähnlich sieht, nämlich konisch oben abschließend und eindeutig ohne Öffnung, jedoch mit flachem Stand.
Die Variante Maximus (#a0455
) zeigt dagegen einen 2-s. Tempel vor/ auf einem Gebilde, welches einem modernen Schröpfkopf ähnlich sieht. Wenige antike Münzen überhaupt zeigen einen Schröpfkopf (Aigiale/Amorgos (BMC 2f, Weber 4615), Epidauros (BMC 12ff), Astakos (o.Abb.), die aber diesem Objekt völlig unähnlich sind.
Kein Erklärungsvorschlag bietet eine Deutung für den offenbar nicht unwichtigen Zusammenhang mit den Tempelabbildungen.
Da dieses Münzbild ausschließlich (vgl.jedoch schlankeres, aber ähnliches Gebilde auf einem Altar aus Nikopolis/ Epiros, SMB 18216044) auf Prägungen aus Deultum vorkommt, ist natürlich anzunehmen, daß ihm eine besondere (lokale) Bedeutung zukommt.
CFPD bedeutet Colonia Flavia Pacensis Deultum , Ansiedlung von Veteranen unter Vespasian.
Rs. Varianten Maximus (#a0455
), Gordianus (#k3817), Tranquillina (#a0299
), Philipp I. (#a0385
), Philipp II. (#a0284
, #a0452
), Otacilia.
Gleiches Objekt auf Postament (ohne Tempel) für Maximinus Thrax (#k0301, #k1604, #k3885).
Stempelgleich (#k0669, #k3404), stempelgl. Rs. kombiniert mit Vs. Philippus II (#k0359), ähnliche Rs.(stempelgl.) für Philippus II (belorbeert #k1455, bekront #k1454).
Sehr ähnlich (Vase auf Altar in Tempel) Hypaipa für Julia Domna (#k1532).
Der Ort wurde Veteranenkolonie unter Vespasian und war Standort für die Leg VII Augusta.
Draganov,D.: The Coinage of Deultum, Sofia 2007
Jurukova,J.: Die Münzprägung von Deultum (Griech.Münzwerk), Berlin 1973
, Patras), während alle Beispiele aus Deultum auf (!) einem Stand (Tempel, Sockel) plaziert sind; darüberhinaus ist das Objekt dort kegelförmig, in Deultum imponiert aber besonders die rundbauchige Form. Auch meine Meinung, darin eine Art Karaffe, ein Behältnis mit einem Stöpsel zu sehen (zB ein Salbgefäß als pars pro toto für kultische oder medizinische Vorgänge im Tempel), kann nicht auf alle Varianten zutreffen.
ZB gibt es eine Variante (Otacilia, nicht in dieser Sammlung), die tatsächlich einem Bienenkorb ähnlich sieht, nämlich konisch oben abschließend und eindeutig ohne Öffnung, jedoch mit flachem Stand.
Die Variante Maximus (#a0455
) zeigt dagegen einen 2-s. Tempel vor/ auf einem Gebilde, welches einem modernen Schröpfkopf ähnlich sieht. Wenige antike Münzen überhaupt zeigen einen Schröpfkopf (Aigiale/Amorgos (BMC 2f, Weber 4615), Epidauros (BMC 12ff), Astakos (o.Abb.), die aber diesem Objekt völlig unähnlich sind.Kein Erklärungsvorschlag bietet eine Deutung für den offenbar nicht unwichtigen Zusammenhang mit den Tempelabbildungen.
Da dieses Münzbild ausschließlich (vgl.jedoch schlankeres, aber ähnliches Gebilde auf einem Altar aus Nikopolis/ Epiros, SMB 18216044) auf Prägungen aus Deultum vorkommt, ist natürlich anzunehmen, daß ihm eine besondere (lokale) Bedeutung zukommt.
CFPD bedeutet Colonia Flavia Pacensis Deultum , Ansiedlung von Veteranen unter Vespasian.
Rs. Varianten Maximus (#a0455
), Gordianus (#k3817), Tranquillina (#a0299
), Philipp I. (#a0385
), Philipp II. (#a0284
, #a0452
), Otacilia.Gleiches Objekt auf Postament (ohne Tempel) für Maximinus Thrax (#k0301, #k1604, #k3885).
Stempelgleich (#k0669, #k3404), stempelgl. Rs. kombiniert mit Vs. Philippus II (#k0359), ähnliche Rs.(stempelgl.) für Philippus II (belorbeert #k1455, bekront #k1454).
Sehr ähnlich (Vase auf Altar in Tempel) Hypaipa für Julia Domna (#k1532).
Der Ort wurde Veteranenkolonie unter Vespasian und war Standort für die Leg VII Augusta.
Literatur:
SNG Bulgaria. Bobokov Collection. Thrace & Moesia Inferior. Vol. 1: Deultum, Ruse 2005Draganov,D.: The Coinage of Deultum, Sofia 2007
Jurukova,J.: Die Münzprägung von Deultum (Griech.Münzwerk), Berlin 1973


