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Hypaipa/ Hypaepa (Lydia)
a0015 - Julia Domna
ΙΟΥΛΙΑ ϹЄΒΑϹΤΗ
Büste rechts,
Gegenstempel Artemis
ΥΠΑΙΠΗ - ΝΩΝ
Tempel, 6-s., Artemis Anaitis
AE | 21 mm | 6.32 g | 6 h -;
6-säulige Tempelfront, darin bogenüberspannt ('syrischer Giebel') Kultbild der Artemis Anaitis.

Vgl. (#a0226img, #a0273img), beide 4-säulig und mit Magistratsnamen Hierax bzw. Papion, die vorliegende ohne Magistratsnamen, alle mit Gegenstempel (Kultbild Artemis Anaitis) auf der Vs. (Howgego 233).

Auffällig ist die Tatsache, daß derselbe Artemis-Tempel unter J.Domna (2 verschiedene Tempel sind unwahrscheinlich und nicht bezeugt) mit Dreiecks- oder sogar Rundgiebel (Lindgren III 478), aber auch mit 6 Säulen (diese Münze, sonst anscheinend nicht veröffentlicht), mit Kultbild oder Altar (#k1532) dargestellt wird (s. Notiz zu #a0227img).
Im Vergleich mit den unterschiedlichen Giebelformen desselben Tempels ist die differente Säulenanzahl eine sehr häufige Erscheinung, sei es, daß damit im Einzelfall (!) ein tatsächlicher Vorgang wiedergegeben wird (Veränderungen bei Wiedererrichtung nach Zerstörung uä), sei es, daß (fast immer) die Stempelschneider die exakte Anzahl für weniger wichtig erachteten. Dafür sprechen die oben angeführten Beispiele der Julia Domna (ua auch Nisibis #a0664img - #a0689img).
Burnett (Buildings, S.150) rechnet im Anschluß an Kraft und mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit weiterer Forschung damit, daß ein Wechsel von Dreiecksgiebel zu Bogen (und umgekehrt!) Folge der Herstellungs- und Beschaffungsmethoden gewesen sein könnte: "...that the city was drawing its dies or coins from different centers?". Auch für diese (und einige andere) Ansichten gibt es manche Belege. Die wichtigste Erklärung der archäologisch sehr selten zu verifizierenden Bögen ist mE deren Interpretation als Stilmittel, welches die Kultfigur auf dem Hintergrund einer Apsis (Nische) durch überproportionale Größe betonen soll. Aufweitung des mittleren Interkolumniums und seine Überhöhung (nicht immer durch Bögen, vgl. Brouzos #a0013img und Magnesia #a0358img!) schaffen dafür den notwendigen Platz.
In diesem Zusammenhang ist es bemerkenswert, daß es offenbar mit wohl einer einzigen Ausnahme (s.#a1036img) keine Münzen mit Bögen ohne Kultobjekt gibt.

Soweit ich sehe, ist bis heute nicht überzeugend geklärt, warum das Kultbild der Artemis A. auf der Vs. sehr vieler Prägungen (anscheinend ab M.Aurelius) im Gegenstempel wiederholt wird (*). Die Gegenstempel sind in aller Regel derart angebracht, daß das Portrait des Kaisers nicht tangiert wird.

Das häufig vorgebrachte Argument, kleinere Münzen zeigten eher eine Reduktion der Säulenzahl als größere Münzen, ist wohl im Prinzip richtig, trifft aber nicht immer zu: (#a0182img, #a0218img).

Artemis Anaitis (s.Fleischer, S.185ff) wurde mit Abwandlungen auch in Apamea, Attuda, Kadoi, Kidramos, Maionia ua. auf Münzen abgebildet.

(*) s.aber auch #a0943img: Rs. Tyche, Vs. Gegenstempel Artemis A.

Literatur:

Altinoluk, S.: Hypaipa (a lydian city during the roman imperial period), Istanbul 2013
Fleischer,R.: Artemis von Ephesos und verwandte Kultstatuen..., Leiden 1973
Robert,L.: Monnaies grecques de l' époque impériale, 1. Types monétaires à Hyaipa de Lydie, Rev.Numismatique 6/18 (1976), S.25-56

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Zuletzt geändert am: 2017-12-01 12:16:23