im Detail
Nikaia/ Nicaea (Bithynia)
a0077 - Macrianus |
ΤΙ ΦΟΥΛ ΙΟΥ ΜΑΚΡΙΑΝΟⵎ ⵎΕΒ
Büste mit Krone rechts
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ΝΙΚΑΙΕΩΝ
Stadtmauer
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| AE | 24 mm | 8.48 g | 12 h | (BMC 157ff), RG 867, Weiser 263, SNG vAulock 733, SNG Cop 543, MFA 62.377v |
Oktogonale "perspektivisch" dargestellte Stadtmauer auf Bodenlinie mit zinnentragenden Rundtürmen in den Ecken und zwei in der Ferne gegenüberliegenden offenen Rundbogentoren. Über dem Tor sind 3 Bögen (#a0071
, Arkaden?) zu sehen, ähnlich denen bei (#a0035
), deren Bedeutung unklar erscheint. Darüber eine zinnentragende Verbindung zwischen den Tortürmen. Die kugeligen Gebilde (bes. deutlich bei #a0071
; "spherical balls" mit unklarer Bedeutung, Donaldson, S.385), sind mE nur Äquivalente für Zinnen.
SNG Cop und RG (Rs.) stempelgl., die übrigen Ref. von anderen Stempeln.
Stempelgl. CNG e160.159
Vgl. Valerian, Quietus (#a0071
), Gallienus (#a0643
), Salonina (#a0464
), unter andern Prägeherren kommt diese Rückseite nicht vor. Alle Rs. cum grano salis gleichartig, nur bei Gallienus sind Figuren (#a0643
, vgl. #k3007) bds. neben dem vorderen Tor, das durch einen Querbalken (Sturz) segmentiert ist, zu sehen.
Eine von zwei Münztypen der Stadt für Macrianus, in Kleinasien außerdem nur noch eine Prägung aus Antiochia/ Pis. (Standarten) bekannt.
In diesem Fall kommt der "perspektivische" Eindruck durch den schrägen Blick aus halber Höhe und durch die Höhenreduzierung der entfernten Türme und Mauern zustande.
Das Stadtmauernrund findet sich ua auf Münzen aus Ake-Ptolemais, Amasia, Anazarbos, Athen, Bizye, Bura, Col. Philippensis (#a0625
), Emerita (ua #a0285
), Kaisarea Germanike, Markianopolis (#a0842
, s.dort), Nikaia, Pautalia, Pella, Rom (republikanischer Denar mit dem Mte.Erice, Eryx), Sardes, Sidon.
Die Stadt, nach der Frau des Lysimachos benannt, wurde 258 von den Goten geplündert, die Mauern weitgehend geschleift. Es ist nicht vorstellbar, daß die riesige Anlage, wie sie heute noch zT. zu sehen ist, innerhalb von 2 Jahren hätte wiederaufgebaut werden können. Tatsächlich erfolgte die Fertigstellung erst Jahre später, sodaß diese Münzen, im Rahmen des Zugs von Macrianus in Richtung Rom 261, wohl eher einem propagandistischen Zweck (Ausdruck des Reichswillens zur Verteidigung gegen die angreifenden Stämme) dienten (s.Weiser, S.89-91).
Zwischen Nikaia und Nikomedia gab es einen dauernden Wettstreit um die Führungsposition in der Region, wie auch vielfach andernorts (zB. Smyrna-Pergamon, Thessalonike-Beroia). Deshalb nannte sich Nikaia, obwohl ihm im Gegensatz zu Nikomedia nie eine Neokorie zugesprochen worden war, «ΠΡΩΤΗ ΠΟΛΙΣ» (in Bithynia) uä.
Krzyzanowska,A.: Macrianus, usurpateur du temps des guerres Perses, dans les èmissions monétaires; Revue Numismatiques 6/15 (1968), S.293-6
Weiser,W.: Katalog der Bithynischen Münzen der Sammlung ..., Bd 1 Nikaia, Köln 1983 (Papyrologica Coloniensia Bd.9)
, Arkaden?) zu sehen, ähnlich denen bei (#a0035
), deren Bedeutung unklar erscheint. Darüber eine zinnentragende Verbindung zwischen den Tortürmen. Die kugeligen Gebilde (bes. deutlich bei #a0071
; "spherical balls" mit unklarer Bedeutung, Donaldson, S.385), sind mE nur Äquivalente für Zinnen.SNG Cop und RG (Rs.) stempelgl., die übrigen Ref. von anderen Stempeln.
Stempelgl. CNG e160.159
Vgl. Valerian, Quietus (#a0071
), Gallienus (#a0643
), Salonina (#a0464
), unter andern Prägeherren kommt diese Rückseite nicht vor. Alle Rs. cum grano salis gleichartig, nur bei Gallienus sind Figuren (#a0643
, vgl. #k3007) bds. neben dem vorderen Tor, das durch einen Querbalken (Sturz) segmentiert ist, zu sehen.Eine von zwei Münztypen der Stadt für Macrianus, in Kleinasien außerdem nur noch eine Prägung aus Antiochia/ Pis. (Standarten) bekannt.
In diesem Fall kommt der "perspektivische" Eindruck durch den schrägen Blick aus halber Höhe und durch die Höhenreduzierung der entfernten Türme und Mauern zustande.
Das Stadtmauernrund findet sich ua auf Münzen aus Ake-Ptolemais, Amasia, Anazarbos, Athen, Bizye, Bura, Col. Philippensis (#a0625
), Emerita (ua #a0285
), Kaisarea Germanike, Markianopolis (#a0842
, s.dort), Nikaia, Pautalia, Pella, Rom (republikanischer Denar mit dem Mte.Erice, Eryx), Sardes, Sidon.Die Stadt, nach der Frau des Lysimachos benannt, wurde 258 von den Goten geplündert, die Mauern weitgehend geschleift. Es ist nicht vorstellbar, daß die riesige Anlage, wie sie heute noch zT. zu sehen ist, innerhalb von 2 Jahren hätte wiederaufgebaut werden können. Tatsächlich erfolgte die Fertigstellung erst Jahre später, sodaß diese Münzen, im Rahmen des Zugs von Macrianus in Richtung Rom 261, wohl eher einem propagandistischen Zweck (Ausdruck des Reichswillens zur Verteidigung gegen die angreifenden Stämme) dienten (s.Weiser, S.89-91).
Zwischen Nikaia und Nikomedia gab es einen dauernden Wettstreit um die Führungsposition in der Region, wie auch vielfach andernorts (zB. Smyrna-Pergamon, Thessalonike-Beroia). Deshalb nannte sich Nikaia, obwohl ihm im Gegensatz zu Nikomedia nie eine Neokorie zugesprochen worden war, «ΠΡΩΤΗ ΠΟΛΙΣ» (in Bithynia) uä.
Literatur:
Johne,K.-P. et al.(Hrsg.): Deleto Paene Imperio Romano: Transformationsprozesse des römischen Reiches ..., Berlin 2006Krzyzanowska,A.: Macrianus, usurpateur du temps des guerres Perses, dans les èmissions monétaires; Revue Numismatiques 6/15 (1968), S.293-6
Weiser,W.: Katalog der Bithynischen Münzen der Sammlung ..., Bd 1 Nikaia, Köln 1983 (Papyrologica Coloniensia Bd.9)


