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Nikopolis/ Nicopolis ad Istrum (Moesia)
a0104 - Macrinus
ΑΥ Κ ΟΠΠΕΛ ⵎΕΟΥ - ΗΡΟⵎ ΜΑΚΡΙΝΟⵎ
Kopf belorbeert rechts
ΥΠ ΑΓΡΙΠΑ - ΝΙΚΟΠΟΛΙ - ΤΩΝ ΠΡΟⵎ / ΙⵎΤΡΩ•
Nymphaeum ?
(sonstige Monumente), unklar
AE | 26 mm | 14.02 g | 6 h AMNG 1719(Rs.), Varb.engl. 3343, Yale 2009.110.150
In der Lit. meist als "Nymphäum" bezeichnet. Dagegen spricht der Vergleich mit einer andern Münze des Macrinus (#k2841, #k0894), deren Rs. denselben Bau wie die des Septimius Severus (#a0553img, s.dort) und damit tatsächlich ein Nymphäum abbildet (s.u.).

Auf den ersten Blick mittig eine zweistöckige halbkreisförmige Säulenreihe mit wohl jeweils 6 Säulen. Unten bds. anschließend eine gerade Reihe von 4 Säulen, oben differenziertere Seitenteile (s.u.). Darüber eine "Dach"- Konstruktion auf kürzeren und schmaleren Säulen. Das Ganze ruht mit der Bodenlinie auf einer Art niedriger Plattform, zu der in ganzer Breite zwei Stufen führen. Der rechte Flügel des oberen Stockwerks scheint ein Rundbogenfenster / -tor und nach außen anschließend eine Reihe von 3 Säulen, der linke Flügel dagegen außen eine rechteckige Öffnung und nach innen ebenfalls 3 Säulen zu haben. Zentral ist der unteren Fassade ein Tor vorgesetzt. Darüberhinaus, und für die Interpretation bes. wichtig, scheint das obere Stockwerk merklich nach rechts versetzt und vom unteren Stockwerk abgehoben zu sein; der "Sims" zwischen beiden Etagen ist nicht durchgehend, sondern unterbrochen und auch unterschiedlich gestaltet. Insbesondere diese Gestaltung verstärkt den unmittelbaren Eindruck, daß diese Fassade nicht einheitlich, geschweige denn symmetrisch (wie zB eine "scenae frons") ist.

Vgl. Septimius Sev. (#a0553img), Caracalla (Hadrianopolis, #a0607img).
Alle Rs.Abb. stempelgleich (und #k0075, #k0704 = Au Lanz 124.901).


Wenn davon auszugehen ist, daß die Stempelschneider Gebäude oder Gebäudeteile, die in der Tiefe gestaffelt waren, in einer Ansichtsebene über- oder nebeneinander darstellen konnten, ergibt sich folgendes Bild: zumindest das untere "Stockwerk" scheint vorgesetzte Seitenflügel gehabt zu haben, sodaß man sich einen umgekehrten U- förmigen Grundriß (Exedra), dessen Schenkel im Bild nicht erscheinen, vorzustellen hat; vergleichbar dem Bau auf der Münze des Caracalla aus Hadrianopolis, dort mit Figurenschmuck ausgearbeitet (#a0607img, s.dort). Das Rundbogentor steht vor diesem Bau, es verdeckt zum Teil dessen Säulenhalbrund.
Darüber, in Wirklichkeit wohl dahinter, ein weiterer Bau, evtl. auch mit U- förmigem Grundriß. Von links nach rechts könnte diese "Etage" so interpretiert werden: rechteckiger Eingang zu einem Bau, dessen eine Seite durch die 3 Säulen angedeutet wird; dann die 6 Säulen eines Halbrundbaus; rechts dann ein Bau mit Rundbogentor auf einem Sockel und ebenfalls 3 Säulen seitlich. Ganz oben, also weit im Hintergrund, eine Säulenreihe (kleinere und schmale Säulen!) mit geradem Dach (?).
So gesehen könnte die (forsche ?) Deutung im Katalog Peus 369.1233 ("Perspektivischer Blick über die Agora von Nikopolis mit offenen Säulenhallen") zutreffen.

Die Beobachtung des "above instead of behind" in der antiken Kunst wurde im übrigen schon lange vor Price und Trell in der numismatischen Interpretation angewndet, s. die kurze Erläuterunge von Pick zu dieser Münze (AMNG I.1, S.441): "Aber sicher ist es hier, dass das zweite Bauwerk nicht a u f, sondern h i n t e r dem ersten zu denken ist..."

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Zuletzt geändert am: 2013-04-08 19:30:49