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Rom (Imperium)
a0132 - Antoninus Pius
ANTONINUS AUG PI - US PP TRP COS III
Kopf belorbeert rechts
ROMAE - AETERNAE / SC
Tempel, 10-s.
Sesterz | 35 mm | 25.54 g | 5 h C 699, RIC 622
10-säuliger korinthischer Tempel mit 3-stufigem Unterbau. Im Giebelfeld ein Tympanon mit der capitolinischen Trias (nicht gesichert) und Victorien in den Ecken, figürliche Akroteren (Victorien), schematisierte Kapitelle und Basen. Zwischen den mittleren Säulen ein Punkt, der bekanntlich eine Statue ersetzt.
Weiteres Ex. (#a0244img).

Die Münzen mit diesem Tempel von Roma und Venus wurden nur unter Hadrian und Antoninus Pius (auch für Faustina sen.) geprägt. Unter Hadrian kam es von 134-138 n.Chr. zu fünf Serien, unter Antoninus noch zu zwei weiteren Serien von Münzen, die mit ihren Rückseitendarstellungen die Baufortschtitte gewissermaßen begleiten. Wesentliche Unterschiede sind ua die Rs. Legende, Figurenschmuck und zusätzlich freistehende Säulen (vgl. Tameanko, S 157f).

Dieser von Hadrian entworfene, erbaute und 135 n.Chr. geweihte Tempel war der einzige 10-säulige und auch der größte Tempel Roms. Im Innern befand sich eine Doppelcella, die Romastatue war ostwärts zum Forum gerichtet, die Statue der Venus, gewissermaßen Rücken an Rücken, zum Kolosseum hin.
Der Pseudodipteros wurde auf dem Gelände der neronischen domus aurea, nicht weit entfernt vom Kolosseum, errichtet. Um Platz für den Tempel zu gewinnen, mußte die im Weg stehende, ca.33 m hohe Kolossalstatue des Nero (Colossus Neronis, nach der damnatio zwischenzeitlich zu einer Sol-Statue verändert) mit Hilfe von 24 Elefanten in Richtung Kolosseum versetzt werden. Der Sockel war noch bis in ca. 1930 zu sehen und wurde von Mussolini (um Platz für das Neue Rom zu gewinnen, s.o.!) geschleift. Der Tempel blieb im wesentlichen unverändert bis 307 n.Chr. und erschien mehrfach unter weiteren Kaisern auf Münzen; zB unter Philippus I ("Saeculum Novum" zur 1000-Jahr-Feier) mit sitzender Roma als Hexastylos auf einem Antonian (#a0054img), Philippus II (#a0864img), Trebonianus Gallus (#a0151img, #a0281img), Hostilianus (#a0085img) oder 8-säulig auf Sesterzen (#a0200img, #a0581img). Ob der Tempel unter Probus (#a0062img, s.dort, #a0064img) wieder mit der ursprünglichen Umschrift ("Romae Aeternae") gezeigt wurde, ist umstritten.
Nach Teilzerstörung des Tempels Wiederherstellung durch Maxentius, Münzabbildung 6-säulig (#a0406img) bzw. 4-säulig (#a0410img, s.dort) mit der Umschrift " Conservator Urbis Suis".

Apollodor (s. Trajan, Donaubrücke) bemängelte den Entwurf Hadrians mit dem Hinweis, die Sitzstatuen der Göttinnen würden so unproportional groß ausfallen, daß sie, könnten sie aufstehen, das Dach des Tempels durchstoßen müßten. Er bezahlte die Kritik mit Verbannung und späterer Ermordung. Ein anderer Grund dafür war nach der Überlieferung sein Spott über die Vorliebe Hadrians für Kuppelbauten (wie zB in Tivoli sichtbar).

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Zuletzt geändert am: 2014-07-12 16:50:44