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Tripolis (Phoinikia)
a0173 - Elagabalus
ΑΥΤ Κ Μ ΑΥΡ - ΑΝΤΟΝΙΝΟϹ
Büste belorbeert rechts
ΤΡΙ - ΠΟ - ΛΙ - ΤΩΝ / (ΑΛΦ)
Tempelanlage [Tempel, 4-s. od. 8-s.], Astarte
AE | 28 mm | 22.63 g | 7 h BMC 118ff, Price/Trell 420v, SNG Cop 291v, Lindgren III.1458v, SNG Fitzwilliam 6079v, Weber 8081, Yale 87.13362, (Rouvier 163f), Winsemann 1702corr
Jahreszahl im Abschnitt nicht lesbar.

In der Mitte ein Halbbogen (kein 'syrischer Bogen'! vgl. Notiz zu Orthosia #a0680img), der einem Querbalken auf je einer hohen Säule aufliegt; untere dem Sturz das Kultbild der Astarte wie üblich. Auf beiden Seiten nur scheinbar (!) direkt anschließend je eine 4(!)-säulige Front mit niedrigeren Säulen und Dreiecksgiebel. Es ist wichtig zu wissen, daß auf Varianten die beiden seitlichen Säulenfronten betont von dem mittleren Bau abgesetzt sind. Über diesem Szenario sieht man in ganzer Breite ein Art zeltförmigen Daches, welches seitlich auf je einer kurzen Säule zu ruhen scheint; diese Senkrechten sitzen ihrerseits dem jeweils äußeren Eck des Epistyls beider Säulenfronten auf und scheinen die äußeren Säulen der beiden Tetrastyloi aufwärts zu verlängern. Das Ganze ruht auf einer durchgehenden Bodenlinie, zu der von rechts unten (in der Breite der Bogenkostruktion) schräg ansteigend eine 4-stufige Treppe führt.

Winsemann 1702 stempelgleich, aber Diadumenianus zugeordnet!

Eine derartige zehnsäulige geschlossene Tempelfront hat wohl nie existiert. Deshalb ist, wie so oft, ausdrücklich zu fragen, was sich der Stempelschneider bei diesem Konstrukt gedacht hat - unbedacht war die Ausführung sicher nicht.
Die fast (Treppe) rein frontalansichtige Darstellung ist mE ebenso zu interpretieren wie die stilistisch ganz anders ausgeführten Prägungen von 'Flügelbauten' (s. Notizen zB zu #a0059img, #a0179img, #a0721img! ): zwei Seitenflügel begrenzen den Zugang zu einem Sacellum mit Kultbild, welches vor oder in einem rückwärtigen und teilweise verdeckten Tempel mit 'Zeltdach' stehen könnte.
Dagegen gibt nach Meinung von Trell (1970, S.33f) die gewinkelte Linie ("represented a sacred area", "another example of above for behind", dazu s. Notiz zu #a0104img) den Temenos um die drei von einander isolierten Schreine von Astarte, Castor und Pollux wieder.

Zur Treppe (Podiumstempel) s. Notiz zu #a0089img.

Die Zuordnung ("undoubtedly") der beiden Säulenfronten zu den Dioskuren ist vielleicht nicht abwegig, man würde aber doch wohl irgendeinen positiven Hinweis auf die Brüder erwarten (*). Auch die von Trell (ebda.) betonte Ähnlichkeit mit der 'Tempelfront' auf Münzen aus Orthosia (#a0245img, #a0680img) überzeugt nicht; auffällig zeigen diese Prägungen Treppenzugänge zu den seitlichen Interkolumnien, während die vorliegende Münze nur im zentralen bogenüberspannten Bauteil Treppenstufen aufweist.

Tripolis, gegründet von Arados, Sidon und Tyros und aus drei Stadtteilen bestehend, die lange Zeit durch Mauern getrennt waren.

(*) unabhängig von der Frage, ob die Dioskuren einzeln oder gemeinsam in einem Tempel verehrt wurden.

Literatur:

Trell, B.L.: Architectura numismatica orientalis. A short guide to the numismatic formulae of Roman Syrian die-makers, NC 10 (1970), S.29-50

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Zuletzt geändert am: 2017-12-01 12:16:23