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Myra (Lykia)
a0558 - Gordianus III
(ΑΥ Κ) ΓΟΡΔΙΑΝΟϹ ϹЄΒ
Büste belorbeert rechts
(ΜΥ) - Ρ - Є - ѠΝ
Tempel, 2-s., Eleuthera
AE | 22 mm | 3.10 g | 12 h SNG vAulock 4371 = vAulock/Lykien 160, SNG Righetti 1239
2-säuliger (ionischer) Tempel auf 2-stufiger Basis, einfacher Dreiecksgiebel mit Akroteren. Im Innern Kultstatue der Artemis Eleuthera (Fleischer, S.229ff). Die Kannelierung der Säulen ist hier abgegriffen.

Alle Ref. stempelgleich; es gibt auch größere Nominale (BN onl 41780614) und Varianten mit 4-säuligen Tempeln (BN onl 41780615).

Es ist erstaunlich, daß immer wieder (unterschwellig) Münzbilder als entscheidende Zeugen für das reale Aussehen antiker Bauten herangezogen werden - von demselben Autor oft trotz gegenteiliger grundsätzlicher Erwägungen (häufig nur in der Einleitung, s. Notiz zu #a0011img). Es ist ja unbestritten, daß viele Informationen auf Münzbildern von großer Bedeutung sind, daß aber andererseits auch sehr vieles nur unter Vorsicht zu nutzen ist, bekanntlich insbesondere die leidige 'Säulenzahl'. So muß für Hefner (S.37) "auf Grund des numismatischen Befundes offen bleiben", ob der Tempel der Eleuthera in Myra zwei- oder viersäulig war. Der "numismatische Befund" sieht so aus, daß die Stadt auf zwei unterschiedlichen Nominalen eben diese Tempelfronten prägen ließ. Wäre es nur zu einer einzigen Ausgabe gekommen, hätte der reale Tempel (allgemein gesprochen: wenn der überhaupt existiert hat) auch hexastyl sein können. Das Aussehen eines Bauwerks, nicht nur in diesem Fall, muß also nicht wegen mangelnder numismatischer Eindeutigkeit offenbleiben, sondern wegen des Mangels an gesicherten archäologischen Befunden.

Der Bischof Nikolaus machte dem hiesigen uralten Kult ein Ende, indem er die hl. Zypresse unbeschadet fällte (Bonifatius).

Hier wurde ein Dekret des Statthalters Q.Veranius (im Museum Antalya) gefunden, wonach ein kommunaler Sklave aus Tlos wegen Verfälschungen von Urkunden im städtischen Archiv bestraft wurde. In dem Zusammenhang werden alle möglichen öffentlichen und privatrechtlichen Urkunden (ua Regelungen von Mitgiften, Vollmachten, Zeugnisse) aufgelistet.

Literatur:

Fleischer, R.: Artemis von Ephesos und verwandte Kultstatuen aus Anatolien und Syrien, Leiden 1973
Penn, R.G.: Medicine on ancient Greek and Roman Coins, London 1994, S.65
Brandt, H. und Kolb, F.: Lycia et Pamphylia, eine römische Provinz im Südwesten Kleinasiens, 2.Mainz 1905

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Zuletzt geändert am: 2017-12-01 12:16:23