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Heliopolis (Koile - Syria)
a0628 - Otacilia Severa
OTACILIA SEVERA AUG
Büste rechts vor Halbmond
COL IUL AUG FE - IOMH / COL HEL
Propyläen, sonstige Monumente, Zypresse
AE | 28 mm | 15.09 g | 2 h Sawaya (571-5) D95/R 195, BN onl 41743796, (BMC 23), SMB 18209535, (ANS 1944.100.83854)
Propyläen mit 12-säuliger Kolonnade mit zentral geweitetem Interkolumnium, darin Zypresse (Ähre? so Price 1976, S.35), darüber ein 'syrischer Bogen'. Der Bogen wird von einem Dreiecksgiebel überspannt, ungefähr halb so breit wie die Säulenreihe, mit einem übergroßen Firstakroter. Der Portico ist bds. durch gemauerte Türme, die etwa die Höhe des Firstes erreichen, abgeschlossen. Der Architrav setzt sich bds. über die Säulenreihe fort, führt vorn über die Türme weg und endet am Perlkreis der Münze frei in der Luft. Der gesamte Komplex steht auf einer gemeinsamen Bodenlinie, die nur geringfügig über den Fuß der Türme hinausgeht und damit kürzer ist als der (verlängerte) Architrav. Zur Bodenlinie hinauf steigt eine 5-stufige Treppe, breiter als die Basis des Dreiecksgiebels und bds. von breiten Wangen oder Podesten begrenzt.

Rs. Variante: Philipp I. (#a0445img u. #a0505img, vgl. #k3222).
Ref. Berlin bds. stempelgleich.

Die flankierenden Türme sind nicht untypisch für die östliche Architektur. Auf Münzen rahmen sie Portiken in Abila (s. Notiz zu #a0964img; ANS 1127, Spijkerman 18 und 21ff), Capitolias (s. Notiz #a0836img; ANS 1273); man kann den Eindruck haben, daß sie den jeweiligen Mittelbau (Tempel ?) überschneiden, dh vor der Säulenfront stehen; sie überragen ausnahmslos First bzw. Bogenscheitel des zentralen Baus, und sie zeigen keine horizontalen Gliederungen (zB Stockwerke), sie sind von einem ggf. vorhandenen Architrav nicht durchschnitten.
Davon zu unterscheiden ist eine andere Gruppe von Münzen aus Capitolias (#a0836img, Spijkerman 19ff; vgl. auch Berytos #a0070img, #a0074img), bei denen ebenfalls Türme an den Flanken abgebildet zu sein scheinen, welche jedoch unzweideutig durch den Architrav überschnitten werden. Das bedeutet, daß nur die oberen Teile der Türme über dem Epistyl hervorlugen, die unteren Abschnitte dagegen von den Säulenreihen verdeckt werden. Diese Interpretation wird ua durch die Abb. Spijkerman (Capitolias) 16 u.21 gestützt: hier überschneidet der zentrale Dreiecksgiebel ein den seitlichen Türmen ähnliches drittes Gebäudeteil, welches realiter bautechnisch unmöglich dem First des Giebels aufsitzen kann; mithin muß es sich um einen in Wirklichkeit hinter der Säulenfront stehenden Bau handeln.

Die Deutung Hefners (S.53f, s. aber S.81, Anm.158!?) ist total mißlungen: die "Bildsprache" lasse "auf einen dreischiffigen Tempel schließen". Die Türme deutet er als "lisenenartige Pfeiler", die als "seitliche Außenwände...über den Architrav hinaus weiter geführt" seien, "um die seitliche Schubkraft des Bauwerks aufzufangen." Außerdem zählt er statt zwölf nur zehn Säulen, sieht im Objekt unter dem Bogen eine "stark abstrahierte" Figur und läßt den "Architravbalken" über dem Rundbogentor in einen flachen Giebel" übergehen.

Hier eine übersichtliche Rekonstruktionsskizze des Komplexes von schräg oben: http://baugeschichte.a.tu-berlin.de/bg/lehre/pdf/316_576.pdf (Bild 13 von 62), entspricht Price/Trell Abb.286.

Der Bogen im Architrav des Portiko ist (ausnahmsweise) archäologisch gesichert.

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Zuletzt geändert am: 2017-12-01 12:16:23