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Tyros (Phoinikia)
a0649 - Julia Maesa
IUL (MAESA) AUG
Büste rechts, Gegenstempel
TURIORUM / DEIDѠN
Stadttor im Bau, Dido
AE | 26 mm | 10.86 g | 6 h Rouvier 2406, Tf.III.21, Aukt. MuM 11.181, Harvard 2002.282.7
Offenes Stadttor mit Rundbogen und zwei zinnenbewehrten Türmen auf Fundament. Auf der Tormauer arbeitet ein Maurer am Turm, ein weiterer Arbeiter, noch eben erkennbar unterhalb des rechten Turms, in gleicher Pose. Rechts steht Dido neben einer Halbsäule (Palme ?), wohl mit Fackel in der Rechten, dazwischen eine (Purpur-) Schnecke i.F.

Auch hier steht das Bauwerk nicht im Vordergrund, sondern bildet die Staffage für die Darstellung der epischen Episode. Darüberhinaus ist nicht einmal in diesem Fall ein im Bau befindliches Monument abgebildet, worauf Prayon (S.320) ausdrücklich hinweist; der Bauvorgang wird mittels der Handwerker angedeutet, unfertige Bauten finden sich erst auf Prägungen der Renaissance.

Ähnliche Rs.: von Severus, über Elagabal (#a0813img, SMB 18202843), Gordian ua mit zusätzlicher (phoenizischer) Schrift, s.Num.Circ. 107.2(1999).43, Trebonianus Gallus, Volusian, bis Valerian (#k1869, #k3015) und Gallienus (#k0285).
Für J.Maesa weitere Ex. (Auktion MuM 11/181 = #k3763; CNG e194.208, Triton V.1770).
Wohl stempelgleiche Rs.: (#k1171, #k5515, #k5638).

Vergil: "Als sie den Ort erreicht, wo jetzt Du gewaltige Mauern
siehst und die wachsende Burg des neuen Karthago,..."
Nach der Flucht vor ihrem Bruder wurde Dido die Gründerin Karthagos, nachdem sie von dem lokalen Herrscher soviel Land erhielt, wie sie mit einer Ochsenhaut umspannen konnte. Bekanntlich schnitt sie die Haut derart in einen Streifen, daß sie 'etwas' mehr Land als gedacht erhielt. In Würdigung dieser geschickten Problemlösung wurde die Frage, welche unter allen ebenen Figuren gleichen Umfangs den größten Flächeninhalt besitzt, als "Problem der Dido" (isoperimetrisches Problem) bezeichnet. Es ist der Kreis.

Die Purpurschnecke (Murex) war die lange Zeit wichtigste Ausfuhrware von Tyros. Griechisch phoinix = rot.

Das Motiv, Bau einer Stadtmauer, ist auch aus Amaseia bekannt (Price/Trell, Abb.159A = Dalaison 587, 2. Ex. neuerdings online #k8750).

Literatur:

Butcher, K.: Information, Legitimation, or Self-Legitimation? Popular and Elite Designs on the Coin Types of Syria, in (ed.) Howgego, Heuchert, Burnett: Coinage and Identity in the Roman Provinces, Oxford 2005, S. 143-156
Hirt, A.M.: Beyond Greece and Rome: Foundation Myths on Tyrian Coinage in the Third Century AD, online http://p3.snf.ch/Project-121445, S. 1-23

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Zuletzt geändert am: 2017-10-20 22:59:49