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Laodikea ad mare/ Laodicea (Seleukis u. Pieria)
a0654 - Septimius Severus u. Caracalla
(..)
Büste belorbeert (Septimius Sev.) rechts u. Büste (Caracalla) links vis a vis
(..)
Leuchtturm, Galeere
AE | 26 mm | 13.49 g | 1 h Meyer 95 (-98), Price/Trell 64 = Meyer 96
Umschriften aus Ref. zusammengefügt: IMP-E CΛES L SEVERVS ET M AVR AN-TO / LIBERALITAS AUG

(Runder) Leuchtturm in zwei Etagen, die obere deutlich geringeren Durchmessers. Auf dem durch den Unterschied entstehenden Umgang steht links eine männliche Figur.
Davor ein Ruderschiff mit Sporn (navis rostrata) und hochgezogenem abgerundeten Vordersteven, auf dem Vordeck ein Matrose an einem Masten mit Segel (Variante: mit Standarte). Achtern (puppis) der Steuermann unter aplustre (aphlaston). Das Ruder, sowie zwölf (Variante: zehn Riemen, aber nur (wohl) sechs der Rudererköpfe sind erkennbar. Alle Varianten (s.u.) zeigen im unteren Stockwerk eine senkrechte Einkerbung, die demnach eine besondere, aber für uns nicht erkennbare, Bedeutung haben muß.

Meyer, Nr. 95-98 (Berlin u.Paris); Nr. 95 (Berlin, einzige erstklassige Erhaltung = Prieur/Amandry RBN 1987, Tf.13e), Nr. 96 (= Reddé S.865.1 = Price/Trell 64, nur Rs.), Nr. 97 (= Seyrig Tf.III.6 = Ziegler 2), Nr. 98 (= Seyrig Tf.III.7 = Ziegler 1). BN onl 41764456 stark abgegriffen und kaum zuzuordnen.
Ähnliche Münzen (RGZM Mainz, Nr. O42223; #k5514 mit denselben Gegenstempeln wie Meyer 98, #k8025) von anderem Stempel.
Demnach sind 6 Ex. veröffentlicht, deren Rs., soweit von den Abbildungen her erkennbar, zT von diskret differierenden (?) Stempeln stammen.
Von Price/Trell Berytos zugeordnet.

Seyrig (S.57, so auch Ziegler) erkennt ein Frachtschiff als damals allgemeinverständliche Reminiszenz an eine Getreidespende (LIBERALITAS in der Legende); s.Notiz zu ähnlichem Motiv aus Aegeae (#a0626img), wo das Schiff im Vordergrund jedoch unter Segel in den Hafen einfährt. Die vorliegende Münze läßt dagegen mindestens 10 Riemen (und ein Hauptdeck ohne Mast) erkennen, was eigentlich eher nicht zu einem Getreidefrachter passt. Seyrig erklärt die Verwendung von Rudern mit der besseren Manövrierfähigkeit im Hafenbereich.

Die Münze bietet keinen Stadtnamen, sodaß nur Gegenstempel (meist "COL", s.Meyer, S.73f) als Hinweis auf die Colonia Laodikea vorliegen (dazu und zur Datierung 198/99 n.Chr. s.Ziegler, S.504-7).

Auch die Darstellung des Leuchtturms zZt Domitians (BMC 24) weist zwei Stockwerke auf, der Bau scheint also mindestens ein Jahrhundert im Wesentlichen unverändert existiert zu haben.

Zu Leuchttürmen s. Notiz zu (#a0570img).

Literatur:

Meyer, E.: Die Bronzeprägung von Laodikaia in Syrien 194-217, JNG 37/38 (1987/88), S.57-92, Tf.7-18
Reddé, M.: La représentation des phares à l'époque romaine, Antiquité 91 (1979), S.845-872
Seyrig, H.: Le phare de Laodicée, Antiquités Syriennes 52, Syria 29 (1952), S.54-59, Tf.3f
Ziegler, R.: Antiochia, Laodicea und Sidon in der Politik der Severer, Chiron 8 (1978), S.494-514, Tf.21

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Zuletzt geändert am: 2017-12-01 12:16:23