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Rom (Imperium)
a0678 - Traianus
IMP CAES NERVAE TRAIANO AUG GER DAC PMTR P COS V PP
Kopf belorbeert rechts
S•P•Q•R•OPTIMO PRINCIPI - S•C
Circus maximus,
(sonstige Monumente)
Sesterz | 35 mm | 25.19 g | 6 h C 545, RIC 571
Gesamtansicht des Circus Maximus mit Blick auf die linke Längsseite und (aus vogelperspektivischer Sicht) auf den Innenraum mit den gegenüberliegenden Rängen. Erhebliche Anzahl von Stempelvarianten mit Unterschieden im Detail.
Eine langgestreckte flache Basis trägt eine Arkade aus 13 Bögen, an die sich rechts ein einzelner um ein Drittel höherer Bogen unmittelbar anschließt. Die auf diesem ruhende Attika reicht bis zur Dachtraufe der Längsseite und wird von einer Quadriga (wohl in Seit- und Frontalansicht) bekrönt. Leicht nach links versetzt und in fast ganzer Höhe nach oben gestaffelt ist ein gleichartiger Bogen einschließlich (nur) frontalsichtiger Quadriga dargestellt. Der Arkade liegen in ganzer Länge zwei gemauerte Stockwerke mit teils noch eben erkennbaren rechteckigen Fenstern auf. Geschoß- und Dachsims sind links deutlich nach oben gebogen und deuten so die gerundete Stirnseite des Circus an. In der Rundung steht, nur im unteren Teil wenig verdeckt, in parallelperspektivischer Sicht ein einbogiger Triumphbogen mit Attika, obenauf eine Quadriga nach rechts. Rechts anschließend und unmittelbar parallel zum Dachsims der vorderen Seitenwand ist die Spina des Circus zu sehen, auf der links außen und rechts je zwei Metae (die jeweils dritte ist nicht sichtbar) stehen. Etwa in der Mitte zwischen diesen ragt auf rechteckigem Sockel ein Obelisk mit seiner Spitze bis an die Legende und überschneidet dabei die rechte Längsseite des Circus (s.u.). Auf der Spina, zwischen Obelisk und rechten Metae, steht ein zweisäuliger Bau mit Dreiecksgiebel, am äußersten rechten Ende der Spina sind vier Pfähle mit kugelförmigen Enden zu erkennen, die evtl. die Rundenanzeige (in verkürzter Form) darstellen. Links neben dem oberen Teil des Obelisken ist ein viersäuliger Tempel auf dreistufiger Basis mit Dreiecksgiebel abgebildet, auf dessen Spitze eine Figur(?) steht. Der Tempel überschneidet ebenso wie der Obelisk die Zuschauerränge, also die Innenansicht der rechten Längsseite des Baus.

Die Münzdarstellung ist ungewöhnlich detailgetreu und läßt die markanten Merkmale des Bauwerks klar erkennen (s.u.). Das ist dem Künstler ua dadurch möglich, daß er den Gesamtbau (ähnlich der Brücken - Darstellung #a0109img) gleichzeitig aus verschiedenen Blickwinkeln sieht; das Münzbild ist eine Komposition und vereint verschiedene Sichtweisen und darstellerische Hilsmittel: Frontalansicht, Parallelperspektive, schräge Aufsicht, Überschneidung. Zusätzlich gibt die Staffelung der Bauteile übereinander der Darstellung mehr Raum, wenn dadurch auch das Verhältnis Länge zu Breite unrealistisch ist.
Man sieht also naturgetreu den U-förmigen Grundriß, zwei umlaufende Zuschauerränge auf einem Untergeschoß (Arkaden), den Triumphbogen für Titus, die Spina (incl. Obelisk, Rundenzählwerk, metae/ Wendemarken).
Nicht ganz klar ist allerdings die Topographie des viersäuligen Tempels, der natürlich nicht innerhalb der Laufbahn plaziert war; strittig ist auch die Interpretation der beiden (Tor-) Türme auf der rechten Münzseite: es ist wohl anzunehmen, daß sie die Eingangstore (porta pompae) parallelperspektivisch (wie der Triumphbogen links) darstellen; dh, daß die großen Bögen nicht in Verlängerung der Längsseiten vorzustellen wären (so Hefner), sondern rechtwinklig dazu. Folgerichtig und nicht andes zu erwarten läge die Gangrichtung der Quadrigen in der Längsachse. Dagegen war der Triumphbogen (porta triumphalis) mit seiner Quadriga natürlich unzweifelhaft im rechten Winkel zur Laufbahn errichtet.

Der Circus Maximus machte seinem Namen alle Ehre; nach mannigfachen Umbauten, Erweiterungen (ua brach links in der Kurve im Jahr 64 der neronische Brand aus) erreichte er unter Trajan eine Länge von ca. 600m und eine Breite von ca. 160m mit einem Fassungsvermögen von wohl mehr als 250000 Menschen. Der Abschluß der Wiederaufbaumaßnahmen unter Trajan im Jahr 103 wird der Anlaß für die Münzprägung gewesen sein. Der Bau wurde dann zeitweise dauergenutzt wie der Festkalender aus dem Jahr 354 n.Chr. belegt: 175 feriae, 64 circenses, 10 munera, 101 öff. Theaterveranstaltungen fanden zu einem großen Teil im Circus maximus statt. Eingeweiht wohl 329 v.Chr. wurden die letzten offiziellen Spiele unter Totila im Jahr 550 n.Chr. veranstaltet.

Der Obelisk (23,5 m) des Ramses II. wurde schon unter Augustus aus Heliopolis nach Rom verbracht, später unter Sixtus V. auf die heutige Piazza del Popolo versetzt. Die Abbildung eines solchen Transports ist ua auf dem Obeliskensockel im Hippodrom von Konstantinopel im Relief dargestellt.

Weitere Abb. eines römischen Circus in Gold und Bronze unter Domitian, Hadrian, Septimius Severus, Caracalla (#k1788, #k2176) und Gordian. Die einzige nicht stadtrömische Münzabbildung eines Circus (Stadion) stammt aus Heraklea/ Bithynien (RG 76 "stade", RG 225 fast ident.Rs. "theatre"; Mü u.Med Juni 1970, Nr.352 = Price Nr.9).

Lit.:
Andre,J.M.: Griechische Feste, römische Spiele. Die Freizeitkultur der Antike. Stuttgart 1994
Hönle,A. u.Henze,A.: Römische Amphitheater und Stadien. Zürich und Freiburg 1981
Hill,Ph.: Buildings and monuments of Rome on the coins of the second century, pt. 2, NC 144 (1984), S. 82-101, Tf. 1-2
Price,M.J.: Greek Imperial Coins, some recent acquisitions..., NC 131 (1971), S.121-134

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Zuletzt geändert am: 2013-04-08 19:30:49