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Orthosia (Phoinikia)
a0680 - Alexander Severus
(ΑΥΡ ΚΑΙϹ) - ΑΛЄΞΑΝΔΡ(ΟϹ)
Kopf rechts
ΟΡΘ - Ω - (ϹЄΩΝ) / ΓΛΦ
Tempel, 4-s., Astarte
AE | 22 mm | 7.86 g | 7 h Lindgren II.2310v, SNG Righetti 2276v, BMC 5v, Winsemann 1818v, (Rouvier 883)
Jahr 533 der seleukidischen Ära (221/2 n.Chr.).

Auf eigener flacher Basis, gegen die jeweils von schräg außen eine Treppe zuläuft, steht bds. ein Säulenpaar mit Epistyl; knapp unterhalb der Kapitelle sind die Säulenpaare durch je einen Querbalken verbunden; senkrecht zu den Balken (Stürze?) führen zwei "Perlstäbe" zur jeweiligen Bodenlinie (nach Righetti: Türen). Den Epistylen liegt ein durchgehender Balken mit einem (hier kaum erkennbaren Dreiecksgiebel) auf. Der Balken trägt mittig einen Halbrundbogen. Im Raum unterhalb des (Schein-) Bogens und zwischen den Säulenpaaren steht Astarte ohne Bodenlinie. Sie hält ein Langszepter in der Rechten und tritt mit dem linken Fuß auf den Torso des schwimmenden lokalen Flußgottes. Sie wird von einer Nike , die auf einer Säule rechts neben ihr steht, bekränzt. Im Abschnitt ein gehörnter Altar zwischen den Buchstaben der Jahreszahl (retrograd).

Es handelt sich nicht um eine Tempelfassade. Vielmehr könnten die Säulenpaare mit den zu ihnen führenden Treppen die Flügel eines Vorbaus (Portiko) darstellen, verdeutlicht durch die auf allen Varianten fehlende durchgängige Bodenlinie. Darüberhinaus erscheinen beide Zugänge vom eigentlichen Tempelbau dadurch abgesetzt, daß sie nicht mittels eines durchgehenden Architravs miteinander verbunden sind (auf früheren Münzen sind die kurzen Epistyle mit dem langen Architrav verschmolzen, sodaß tatsächlich der Eindruck einer einheitlichen Front entstehen könnte, zB BMC 5f).
Der Halbrundbogen ist kein "syrischer Bogen", dessen Haupteffekt (nämlich Platz für die Kultstatue auf dem Münzbild zu schaffen) durch die Querstrebe aufgehoben ist. Wohl aus Konvention ist auf dem Ex. Righetti 2276 ein syrischer Bogen, der den Halbrundbogen überragt, angedeutet. Das Ex. Winsemann zeigt einen freien Bogen, dh ohne Gebälk; der dadurch gewonnene Platz wird jedoch nicht für die Statue genutzt!

Der Dreiecksgiebel (?) soll nach Trell (NC 10/ 1970, S.34) ähnlich wie Münzen aus Tripolis (s.Notiz zu #a0173img) einen Temenos um das Sanktuarium abbilden, die seitlichen Distyle sollen Schreine (dafür die Perlschnur-Rechtecke) für die Dioskuren wiedergeben (vgl. Notiz zu #a0173img, Tripolis), welche auf einigen Varianten als paredroi auch abgebildet sind.

Es scheint so, daß in den wenigen Jahren von Caracalla bis Alexander bewußt an einer Verdeutlichung des Bildes gearbeitet wurde.

Weiteres stempelgleiches Ex. (#a0756img), weitgehend gleichartige Rs. unter Elagabal (#a0245img).
Derselbe Bau, aber mit wesentlichen Unterschieden (ua durchgehende Bodenlinie ohne Treppen; drei Statuen, Astarte mit Paredroi, in den Interkolumnien) unter Caracalla (Price/Trell Abb.376) und Elagabal (Rs. Trell, 1970, Abb.40).

Orthograde Jahreszahl und belorbeerte Büste: BMC und Lindgren. Andere (oder falsch ergänzte) Vs.Legende: Winsemann.

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Zuletzt geändert am: 2017-12-01 12:16:23