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Hypaipa/ Hypaepa (Lydia)
a0757 - Caracalla
ΑΥ ΚΑΙ•Μ•ΑΥ• - ΑΝΤΩΝЄΙΝΟϹ
Büste belorbeert rechts
Gegenstempel Artemis Anaitis
ЄΠΙ ϹΤΡΑ ΤΙ ΦΛ ΗΡ - ΩΔΟΥ ΠΑΠΙΩΝΟΥ / ΥΠΑΙΠΗΝ - ΩΝ, i.F. Α
Tempel, 4-s., Tyche, (sog. syrischer Giebel)
AE | 36 mm | 24.09 g | 6 h = Altinoluk 119A1, BN onl 41783445
Stratege T.Flavius Herodes Papion (s. auch Julia Domna und Geta; #a0273img, #a0791img).

4-säuliger korinthischer Tempel auf dreistufigem Grund. Gekehlter Architrav und Dreiecksgiebel, wobei die obere bzw. die äußeren Leisten perlschnurartig ausgeführt sind. Im Giebeldreieck ein ebenso gestalteter nahezu halbrunder Bogen, dem die Giebelschrägen tangential anliegen. Einfache First- und Eckakroteren. Im geweiteten Innern steht eine gedrungene Tyche-Figur mit Ruder und Füllhorn in typischer Pose nach links.

Vs. ovaler Gegenstempel mit Artemis Anaitis.

Der eigentümlich gestaltete Giebel, der ähnlich mW nur noch in Daldis (BMC 11, vAulock 2934, 2936), Orthosia/Phoen. (#a0680img), Zeugma (#a0083img!) und (wohl auch) in Hierapolis/Phryg. (RPC temp 5432 *, Imhoof-Bl., KM S.241, Nr.32; Rs.Abb. bei Johnston, NC 144/ 1984, Tf. XII.8) vorkommt, ist keinesfalls mit den eigentlichen 'syrischen Giebeln' gleichzusetzen; diese geben, wie schon mehrfach erwähnt, ua Raum für eine vergrößerte Darstellung des Kultbildes. Die aufgeführten Ex. zeigen jedoch einen durchgehenden Architrav, dem die Bögen jeweils aufsitzen; sensu stricto liegt also kein "arcuated lintel" (! so Johnston, S.65), sondern ein "Bogen im Giebel" vor, im Bauwesen verwendet aus dekorativen oder statischen Gründen (**). Dieses seltene architektonische Detail gewährt aber eben nicht mehr Raum zur Darstellung der Kultfigur (***), es scheint bisher nicht ausreichend beachtet und bleibt ungeklärt.
Offenbar handelt es sich auch nicht um eine 'Entwicklungsreihe' der Giebelformen, da schon lange zuvor (s. Notiz zu #a1052img) typische durch Bögen unterbrochene Architrave dargestellt werden. Auch eine weitere Darstellung (sicherlich desselben) Tyche-Tempels für Caracalla auf einem kleineren Nominal (#a0182img) weist den typischen 'syrischen Giebel' auf. Während der Giebeltypus der GB solitär bleibt und auch nicht für den Artemis-Tempel verwendet wird, ist der offene Bogen in der Folgezeit die allein verwendete Giebelform in Hypaipa (s. #a0880img).

(*) RPC: "wreath?", aber nach dem Eindruck der Abb. handelt es sich um zwei Perlschnurreihen (und um einen Hexastylus, nicht "tetrastyle temple"!).
(**) Es ist völlig unklar, ob es sich (in der Realität) um einen offenen Bogen oder um einen Scheinbogen handelt.
(***) Drew-Bear (S.32, Anm.27) erkennt eine Kombination der beiden häufigsten Giebelformen ("straight" und "arched lintel") - eine Konstruktion, die keinen Raumgewinn bietet.

Literatur:

Altinoluk, S.: Hypaipa (a lydian city during the roman imperial period), Istanbul 2013

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Zuletzt geändert am: 2018-01-17 22:50:18