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Ephesos (Ionia)
a0819 - Antoninus Pius
(Τ ΑΙ Κ)ΑΙϹΑΡ - ΑΝΤΩΝЄΙΝΟϹ
Kopf belorbeert rechts
ΔΙϹ ΝЄΟ - (ΚΟΡΩΝ) / ЄΦЄϹΙΩΝ
Tempel, 8-s., Artemis Ephesia
AE | 35 mm | 23.22 g | 6 h Karwiese 206 (20/29), BN onl 41774416, RPC temp 1111.1-21, SNG VIII Hart 972, SNG vAulock 1888, McClean 8107, (BMC 234)
8-säuliger Tempel auf drei Stufen, das gesamte Gebälk in zweireihiger Perlschnur. First- und Eckakroteren, im Giebelfeld ein Punkt/ Globus. Die Säulen sind betont als 'columnae celatae' ausgearbeitet. Im geweiteten mittleren Interkolumnium die Statue der Artemis Ephesia, neben dem Polos links eine Mondsichel, rechts ein Stern.

Karwiese: 3 bds. stempelgleiche Ex.
Diese Rs. (mit Globus, Halbmond und Stern), jedoch Artemis mit Hirschen: #k5482.
Mindestens zehn weitere Rs.Varianten der GB (s.RPC), ua mit Fenstern im Giebel (zB #k3702), Fenster und Figuren kombiniert (zB #k4813), Figuren allein.

Das Artemision ist, ggf. in Kombination mit anderen Neokorie-Tempeln (s.Elagabal) und abgesehen von Kultwagen, Altar und Statue, die einzige Architekturdarstellung aus Ephesos.

Dekastyle Tempel wurden mit einer Ausnahme (#a0569img) nicht, oktastyle nur sehr selten (auffällig oft in Ephesos) mit der Kultfigur im Zentrum abgebildet. Auf der andern Seite scheint es keine 2- säuligen Tempel (Schreine, Bögen) ohne ein Kultobjekt zu geben. Generell haben die Graveure gerne 'eher ein paar Säulen geopfert' - zugunsten derjenigen Hinweise (Götterstatuen, diverse andere Objekte), die zur unmittelbaren Erkennung des Baues erforderlich schienen. Ich denke aber in diesem Fall, daß der Künstler es sich nicht nehmen lassen wollte, das Weltwunder möglichst exakt wiederzugeben (richtige Säulenzahl + Kultstatue); allerdings verzichtet er auf die für den realen Bau archäologisch nachgewiesenen Giebelfenster, möglicherweise weil der Giebel zu flach angelegt war. Vgl. #a0785img, wo die Fenster zugunsten des zentralen Figurenschmucks abgeschrägt in die Giebelecken gedrängt sind.

Vor Hadrian gibt es nur eine 8-säulige Darstellung mit Kultfigur (GB Domitia! Karwiese 130); diese Prägung wird in RPC (F1065) als gefälscht, von Karwiese als vorderseitig umgeschnitten eingeordnet. Im 2.Jhdt. wird das Artemision ab Hadrian weit überwiegend realitätsentsprechend als Oktastylos auf Großbronzen und wenigen Klein- und Mittelbronzen geprägt, ab 3. Jhdt. kommt das Motiv nur noch recht selten vor (letzte derartige Prägung unter Valerian I.). Als Hexastylos erscheint das Artemision nur in vier Prägungen (MB) unter Nero (Karwiese 75A: im Interkolumnium anstatt Artemis ein unklares Objekt), Antoninus Pius bzw. Alexander Severus (Karwiese 203 bzw. 757: mit Artemis), unter Domitian (Karwiese 105: ganz ohne Figuren).
Tempelfassaden mit 'syrischem Giebel' wurden trotz des 'Hadrians-Tempels an der Kuretenstraße nicht dargestellt.

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Zuletzt geändert am: 2017-12-01 12:16:23