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Rom (Imperium)
a0878 - Commodus
M COMMODUS ANT P - FELIX AUG BR(IT)
Kopf belorbeert rechts
PMT(RP XI) - IMP VII / COS V PP , i.F. S - C
Bogen, Janus
AE | 31 mm | 22.79 g | 12 h RIC 460 C 489
186 n.Chr.

2-säuliger Bogen auf Bodenlinie, Ordnung nicht erkennbar. Unter dem Bogen eine Statue des Janus mit Langszepter auf eigenem flachen Podest.

Bilder von einzeln stehenden Bögen sind auf stadtrömischen Prägungen (ebenso wie Tempelabbildungen 'über Eck') ausgesprochen selten und nicht mit Abb. von 'Tempeln' mit insgesamt vier Säulen zu verwechseln (s. Notiz zu #a0026img). Das ist durchaus bemerkenswert und sehr verwunderlich, weil Bögen und damit auch die Tonnengewölbe und Kuppeln für die römische Architektur konstitutiv waren - Elemente, die dagegen in der provinzialen Münzprägung häufig und regelmäßig bis zu deren Ende genutzt wurden (*).

Möglicherweise ist das Monument des Janus quadrifrons, der hier auf einen einzigen Bogen reduziert ist, dargestellt. Der Bau hatte vier jeweils gegenüberliegende Bogenportale (Tetrapylon) auf quadratischem Grund.
Das läßt sich durchaus von einem Medaillon (187 n.Chr.) ablesen, welches den Tempel (und damit alle Bögen) über Eck ins Bild setzt (Gnecchi II.94). Der vordere Bogen überschneidet den rückwärtigen, wodurch ua ein 'perspektivischer' Eindruck von entsteht (vgl zB #a0884img). Die paarweise eng zusammengerückten vorderen und hinteren Säulen werden durch winzige, eben angedeutete Bögen verbunden. Dabei wird die rechte Seite des Baus von außen, die linke dagegen von innen gesehen. Natürlich sind realiter alle Bögen in Form und Größe gleich vorzustellen, was abzubilden als künstlerisch ungeschickt erscheint.
Ob der auf dem vorliegenden Stück präsentierte Bogen nur ein Portal wiedergibt oder, wie nicht unüblich, ein Tonnengewölbe oder eine kuppelförmige Bedachung repräsentieren soll, läßt sich dem Münzbild wie bei den meisten Bögen (gleich welcher Art) nicht entnehmen. Darüberhinaus gibt es keinen Hinweis darauf, daß der Bogen "das Bildzeichen für ein Kreuzgratgewölbe" sein könnte (so Hefner, S.40). Sollte der Sesterz tatsächlich die Straßenkreuzung zeigen, wäre die Bezeichnung "Tempel des Ianus Quadrifrons" (Hefner, ebda) zumindest irreführend.

Deshalb sollte festzuhalten sein, daß das vorliegende Stück einen 2-säuligen Bogen mit dem Standbild des Janus zeigt.

(*) Besonders zwischen Mitte des zweiten bis zur Mitte des dritten Jhdts. n.Chr; z. 'Syrischen Bogen/ Giebel' s. Notizen zu #a0318img und #a1052img.

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Zuletzt geändert am: 2019-03-20 16:16:35