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Hypaipa/ Hypaepa (Lydia)
a0880 - Herennia Etruscilla
ЄΡЄΝ ЄΤΡΟΥϹΚΙΛΛΑ ϹЄΒ
Büste rechts
ЄΠΙ ϹΤΡ ЄΡΜΟ - ΛΑΟΥ ΝЄΙΚΩΝΙ / ΥΠΑΙΠΗΝ - ΩΝ
Tempel, 4-s., sog. syrischer Giebel, Tyche
AE | 30 mm | 9.18 g | 6 h = Altinoluk 166.3 = RPC 655.4 (1-5), SNG vAulock 2972, (BMC 67)
Stratege Fl. Hermolaos Neikon

4-säuliger Tempel auf 3-stufiger trapezförmiger Basis mit gedrehten Säulen (s. Ex. vAulock). Der gesamte 'syrische Giebel' ist in doppelter Perlschnurreihe ausgeführt. First- und Eckakrotere. Im Innern ein Standbild der Tyche in typischer Haltung mit Ruder und Füllhorn auf eigenem Stand.
Es handelt sich um einen Umlauftempel (Basis) von korinthischer Ordnung (schematisierte Kapitelle in Balkenform, deutlicher #a0182img; vgl. Trell, S. ). Die Statue ist im Münzbild in den Vordergrund gerückt, steht realiter jedoch im Innern des Tempels wohl in einer apsisähnlichen Nische.

Vs.: Büste vor Halbmond.

Das Ex. vAulock zeigt mE deutlich, daß die ursprüngliche Rs.Lesart ("ΝЄΙΚΩΝΙ") entgegen der Meinung von Altinoluk ("ΝЄΙΚΩΝ") die richtige ist.
Ref. bds. stempelgleich.
Dieser Tempel auch unter Caracalla (#a0182img).

Es ist bemerkenswert, daß mit demselben Vs.Stempel und etwa gleichzeitig (unter demselben Strategen) auch der Artemis-Tempel dargestellt wird, jedoch als Hexastylos mit klassischem Dreiecksgiebel. Die Zuordnung Tempel-Typus und Kultstatue ist inkonstant. Von Trajan bis Marcus Aurelius sehen wir nur Artemis Anaitis im 4-säuligen Tempel mit Dreiecksgiebel (Ausnahmen 6-säulig: Altinoluk 51 und #a0227img), unter Commodus tritt erstmals eine Prägung syrischem Bogen (Altinoluk 67B) hinzu. Unter den Severern finden sich fast ausnahmslos Bogenarchitrave, darunter einige Hexastyloi (zB #a0015img, #a0533img), mit dem Kultbild der Artemis. Nur für Caracalla wird auch Tyche im Tempel mit syrischem Bogen (Altinoluk 119B) bzw. in einem Tempel mit außergewöhnlich (*) gestaltetem Giebel (#a0757img) gezeigt, das Motiv wird danach aber nur unter Gordian und Herennia Etruscilla (diese Münze) aufgenommen.
Es sei noch ein dritter Bau (4- oder 6-säulig) erwähnt, nämlich ein Tempel mit variabel dargestelltem Giebel (klassischer Dreiecksgiebel, 'syrischer Bogen' und Bogen mit Architrav, zB Altinoluk 140A, 114 und 94A/148) mit einem unbestimmten, nicht anthropomorphen Kultobjekt (Altar? s. #a0438img).

(*) so als ob sich der Graveur nicht zwischen den beiden Giebelformen hätte entscheiden können.

Literatur:

Altinoluk, S.: Hypaipa (a lydian city during the roman imperial period), Istanbul 2013

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Zuletzt geändert am: 2018-01-17 22:50:18