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Philippopolis (Thrakia)
a0945 - Septimius Severus
ΑΥ•Κ•Λ•Ϲ - ϹΕΥΗ⁀ΡΟϹ
Kopf belorbeert rechts
ΦΙΛΙΠΠΟ - ΠΟΛΕΙΤΩΝ
Tempel [diagonal rechts] auf Berg, Hain, [Akropolis]
AE | 22 mm | 6.67 g | 7 h Varbanov (engl.) 1295
Auf hohem Bergmassiv ein Tempel mit Satteldach und klassischem Dreiecksgiebel, über Eck nach rechts gerichtet. Es sind zumindest vier seitliche (lt. Pensa, città, S.276: "con il fianco chiuso"!) und zwei frontale Säulen zu erkennen, sowie ein Punkt im Giebeldreieck. Der Tempel ruht auf einem hohen (mehrstufigen?) Unterbau.
Der 'Berg' besteht aus großen 'Felsen', zwischen denen in allen Richtungen und in ganzer Höhe Bäume (oder Büsche) wachsen.

Ref. (und #k1729, #k4879) bds. stempelgleich.

Dieses Motiv (Tempel auf schmal aufragendem Berg) wird schon viel früher und zum Verwechseln ähnlich ins Bild gesetzt, nämlich zB unter Claudius in Korinth (RPC 1180), gleichartig auch SNG Hunter 400 (Troizen, Julia Domna).

Vermutlich ist derselbe Hügel/ Berg abgebildet wie auf der Prägung (#a0709img, s.dort) unter Caracalla, dann handelte es sich um den Dionysos-Tempel der Stadt (s.Kolev, S.356f). Die Abb. unter (#a0807img, Commodus) zeigt dagegen einen weiteren Hügel, wie er als mittlerer von dreien auf einer GB (Kolev Abb. 9f, ohne Quelle) zu sehen ist. Die Hügel (#a0709img) und (#a0945img) sind auf dem Ex. Varbanov 1168 (#k0046) gemeinsam als Panorama dargestellt. Aus Philippopolis ist noch eine weitere derartige "Ansichtsmünze" (Pick/ Münzbilder, S.6; SNG Fitzwilliam 1766) erwähnenswert. Sie zeigt den Blick auf drei (der sieben) Hügel der Stadt mit zwei Tempeln, einer Statue und einem Bogen; ausführliche Erläuterungen zur dargestellten Topographie bei Kolev (S.354ff), der zwei weitere gut erhaltene und in Privatbesitz befindliche Exemplare kennt.

Die bemerkenswert realistische Wiedergabe der Topographie einer Stadt ist in der antiken Numismatik sehr selten. Es sind in diesen Fällen tatsächlich individuelle Besonderheiten tradiert, wie sie auch heute noch im Gelände wiederzuerkennen sind. Vergleichbar sind ähnliche städtische Ensembles, zB aus Amaseia (#a1004img, #a1034img) oder Neapolis (Price/Trell Abb. 24, 25, 56, 159, 302), aber auch (leicht schematisiert, mit Besonderheiten) aus Bizye, Markianopolis (#a0842img), Pella. Davon sind, gewissermaßen als Untergruppe, die sehr schematischen Bilder von Städten und Akropolen zu unterscheiden, zb M.Eryx (#a0994img) oder Nikaia (s. Notiz zu #a0077img).

Literatur:

Kolev, K.: Das Trimontium-Motiv auf den antiken Münzen von Philippopolis, in "Stephanos nomismatikos", Berlin 1998, S.351-368
Pick, B.: Münzbilder aus Bulgariens römischer Vorzeit, Gotha 1931 ('Huldigung zum 70. Geburtstag seiner Majestät König Ferdinand von Bulgarien)

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Zuletzt geändert am: 2017-12-01 12:16:23