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Abila (Dekapolis)
a0964 - Elagabalus
ΑΥ Κ Μ ΑΥ - ΑΝΤѠΝΙΝΟϹ
Büste belorbeert rechts
↺(ϹЄ) ΑΒΙΛΗ - ΝѠΝ Κ Ϲ / (ΙЄΡΑϹ) / ΒΠ - Ϲ
Tempel, 4-s., Altar, Tempelanlage
AE | 30 mm | 13.73 g | 12 h Spijkermann 23v, Rosenberger 21, Sofaer 23v, SNG München 1052v, SNG Righetti 2183v
Jahr 282 (218/9 v.Chr.)

Auf einer dezenten gemeinsamen Bodenlinie ist mittig zwischen zwei gleichartigen Türmen der dreistufige Aufgang (s.Ref.) zu einer (vermeintlichen, s.u.) Tempelfront zu sehen.
Die Türme haben jeweils einen ebenerdigen Zugang mit Rundbogen. Bis etwas über die mittlere Höhe findet sich geschlossenes Mauerwerk, darüber große quadratische Fenster, unterteilt von schmalen senkrechten Streben. Darüber liegen anscheinend zwei weitere Lagen von Quadersteinen, bekrönt von vier Zinnen. Die Fenster verstärken den Eindruck, daß es sich um Türme mit eckigem, nicht rundem Grundriß handelt.
Die Türme überschneiden die Giebelecken und, so ist anzunehmen, jeweils die äußere (dritte, gänzlich verdeckte) Säule. Es handelt sich demnach um einen Hexastylos, wie ihn einige Varianten zeigen; bei dem Ex. Sofaer 22 fehlt der Eindruck einer Überschneidung vollständig (s. Ref. u. BN onl 41761459/61). Unter dem 'syrischen Bogen' ist auf eigenem Fundament (deutlicher: Sofaer 26) ein entflammter Altar zu erkennen. Waagerecht zwischen den Türmen liegt dem First eine schmale Linie auf, darüber die Jahreszahl und etwa mittig eine Nike-Figur (Seyrig: Helios).

Ohne Zweifel stehen die Türme vor dem Säulenbau, und ebenso unzweifelhaft steht der Altar in einem dritten rückwärtigen Bauabschnitt. Was bedeutet die waagerechte Linie? Vermutlich soll sie das Temenos rückwärtig abschließen (s.Trell/1970, S.33f; Drew-Bear S.59 Anm.118).
Demnach sollte die Tempelanlage (ähnlich Kapitolias, s.Notiz zu #a0836img, Dium, s.#a0963img) wie folgt ausgesehen haben: zwei vor dem Komplex stehende und kultischen Zwecken (s.Lichtenberger S.333, Anm. 241; Segal S.112; Price/Trell S.162ff) dienende Türme; dahinter ein Propylon mit breitem mehrstufigem Aufgang, welches sich zu einem Altarhof unter freiem Himmel öffnet; der Hof mag von einem Peribolos umgeben sein ("La présence de cet autel montre que la façade n'est pas celle d'un temple, mais celle d'une enceinte sacrée", Seyrig, S.61). Es ist durchaus möglich, daß (vgl. das Propylon von Heliopolis, s. #a0445img, #a0505img, #a0628img) der Zugang zum eigentlichen Heiligtum realiter wesentlich breiter gestaltet war als es auf der Münze erscheinen mag.

Vermutlich sind, offenbar nach allgemeiner Ansicht, Tempelanlagen dieser Art die Vorbilder für zweitürmige christliche Sakralbauten.

Literatur:

Seyrig, H.: Antiquités Syriennes, Syria 36 (1959), S.38-89, Tf. 7-13)

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Zuletzt geändert am: 2017-12-01 12:16:23