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Sagalassos (Pisidia)
a1041 - Valerianus I
ΑΥ•Κ•Π•Λ•ΟΥΑΛЄΡΙΑΝΟϹ, i.F. Ι
Büste belorbeert rechts
(ϹΑΓΑ) - ΛΑϹ - ϹЄѠΝ, zw. Säulen ΠΡΩ - ΤΗ, in ex ΠΙϹΙΔΩΝ
Schrein der Dioskuren [Tempel, 3-s.], Altar
AE | 30 mm | 15.91 g | 12 h SNG vAulock 5199, SNG France 1832, SNG Pfalz 321, SMB 18201999, SNG Cop 214, Winsemann 2519, BMC 40(Rs.)
Die Rs.Beschreibungen sind - verständlicherweise - uneinheitlich: Nischen, darin die Dioskurenaltäre (Aukt. Künker e44.198), portique à trois colonnes (SNG France), Tempel der Dioskuren (vAulock, BMC, SNG Cop, Winsemann), Aedikula ohne Giebel, darin Kultmale unter Baldachin (SNG Pfalz).

Was ist zu sehen? Auf einer strichförmigen Bodenlinie sind drei korinthische Säulen auf massiven hohen Basen errichtet; sie tragen ein schmales Epistyl in Perlschnurform. So entsteht ein fast quadratischer 'Bau', der durch die mittlere Säule - wohl dreifach stärker als die beiden äußeren Säulen - zweigeteilt ist. In den Interkolumnien stehen zwei identische Rundaltäre ('Rechteck hochkant') mit Altarplatte auf schmalen Grundlinien. Die Altäre werden von je zwei Säulen, deren Kapitelle in Höhe der Altarplatte plaziert sind, flankiert; sie tragen einen etwa halbrunden Bogen aus zwei Lagen, innen in Perlschnur, außen eher als Linie geschnitten. Je ein sechsstrahliger Stern unter den Bögen dient als Hinweis auf die Dioskuren: die Altarfronten sind jeweils mit einer nach oben offenen Mondsichel versehen; darüber sind vermutlich drei Punkte graviert (*) , darunter formen fünf Punkte die konvexe Seite nach.

Übereinstimmend gilt das 'Bauwerk' als den Dioskuren gewidmet. Man sollte allerdings nur allgemein von einem (wie auch immer gearteten) Sanktuarium sprechen, da das Münzbild ganz untypisch für einen geschlossenen Bau zB im Sinne eines Tempels ist (o.ä., s.o.) ist; die Darstellung des Monuments ist ohne Beispiel. Hätte der Stempelschneider ein übliches Bauwerk wiedergeben wollen, dann hätte er es auch gekonnt und entsprechend umgesetzt.
Vielleicht hatte er das Bild der zwei Altäre im Hintergrund einer Säulenreihe vor Augen: Die Altäre stehen in jedem Fall nicht in der Säulenfront, in der Bildsprache auf eigener Basis, sondern unter freiem Himmel (s. Notiz zu #a0963img, Dium). Demnach sind die drei Säulen ein Teilstück eines Propylon oder eines Peribolos. Es ist sehr fraglich, ob die Bögen wirklich über den Altären errichtet sind - derartige Münzbilder von überdachten Altären gibt es mW nicht. Bei genauer Betrachtung scheinen die Säulenbasen tatsächlich ein wenig von der Grundlinie der Altäre abgesetzt zu sein (bes. deutlich #k8878); das bedeutet, daß die Bögen hinter den Altären vorzustellen sind (**). Die Bögen könnten dann in einer dritten Ebene als Hinweis auf einen überdachten Bau (Tempel, Schrein) fungieren.

s. Notiz zu #a0094img

(*) am ehesten auf dem vorliegenden Ex. zu sehen, alle Ref. lassen anhand der Photographien weniger erkennen.
(**) alle (auch online) Abb. sind diesbezüglich zu mäßig erhalten oder photographiert, als daß diese Deutung unbestreitbar wäre.

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Zuletzt geändert am: 2017-12-01 12:16:23