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im Detail
Alexandria (Troas)
a1044 - Maximus
IUL•MAX - IMUS (CAE)
Büste belorbeert rechts
TR (in ex) - ↺O COL
Tor (Triumphbogen), Kolonnaden, Victoria
AE | 24 mm | 7.35 g | 1 h Bellinger A384 = K.M., S.507.2 = SMB 18248470, RPC temp 4060
Tor (oder "Triumphbogen" bzw."arch with three vaults") (*) mit einem großen und weiten Bogen zwischen zwei kleineren und schmalen Öffnungen. Die Front ist gemauert und weist keine Säulen auf. Im unteren Bereich ist der Bau vom Münzrund beschnitten, dh nicht in Gänze ins Bild gesetzt. Von den Ecken des Traufsimses gehen je eine Linie schräg nach links rückwärts ins Leere. Unter den Linien sind links drei Säulen gut erkennbar, rechts dagegen sind nur zwei Säulen (durch nicht exakt senkrechte Linien) angedeutet. Imhoof-Blumer sieht (nur links) "zwei Stangen oder Legionsadler". Bellinger beschreibt (ebenfalls nur links) zwei Säulen, erwägt aber "a building seen in perspective to l."
Obenauf steht Victoria in Übergröße auf einem Globus, flankiert von zwei Trophäen; sie hält in den über Kopf erhobenen Händen einen Schild, von dem bds. ein langes Band (?) herabhängt.
Im mittleren Bogen ist ein Teil der Umschrift klar zu erkennen, nicht jedoch "sind eventuell Signa dargestellt" (so Filges, S.256).

Die Ref. (und #k1738, #k2362) sind bds.stempelgleich.

Ich sehe in dem Bauwerk ein Tor als Zugang zu einer kolonnadengesäumten Magistrale, wie sie noch heute an vielen Stätten zu sehen sind. Die linke schräge Linie reicht bis an den Perlkranz der Münze und deutet damit an, daß sie im Geiste zu verlängern ist; die Säulenreihe ist also viel länger als auf dem Münzrund darstellbar. Ein Triumphbogen mit unmittelbar am Bau angesetzten Säulenreihen ist mir nicht bekannt.

Auch wenn die Architekturdarstellung im Rahmen der Sammlung von besonderem Interesse ist, muß betont werden, daß dem Emittenten in erster Linie an der Darstellung der Siegesszene gelegen war - das zeigt schon Platzaufteilung des Münzbildes (Bedeutungsgröße). Die Komposition dieser Rs. gleicht in erstaunlicher Weise einer wohl etwas älteren Prägung (s. Notiz zu #a0666img). In beiden Fällen ist der jeweilige Prägeanlaß durch die figuralen Szenen definiert, nicht jedoch durch die Bauten, die deshalb auch nur unvollständig zu sehen sind.
Dennoch schlägt der Graveur des vorliegenden Stückes gewissermaßen 'zwei Fliegen mit einer Klappe': er erweitert eine triumphale Szene durch einen (nicht stereotypischen!) Blick auf ein Bauwerk seiner Stadt; daran muß ihm durchaus etwas gelegen gewesen sein, da er sich in sonst ganz ungewöhnlicher Weise um eine 'perspektivische' Darstellung bemüht. Ich denke deshalb nicht (anders Filges S.256), daß Figurenschmuck und Bauwerk zwingend zusammengehören müssen - vielleicht war die Figurengruppe realiter andernorts plaziert ("above instead of behind"), vielleicht auch war das Bild der Siegesgöttin symbolisch gemeint (**).

(*) so Imhoof-Blumer, K.M. S.507 bzw. Bellinger S.133 (ebenso RPC).
(**) das Standbild dieser Victoria (auf Globus, mit Schild) erscheint auch schmückendes Beiwerk unter Maximinus (Bellinger A370).

Literatur:

Filges, A.: Münzbild und Gemeinschaft. Die Prägungen der römischen Kolonien in Kleinasien (Frankfurter archäologische Schriften Bd 29), Bonn 2015

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Zuletzt geändert am: 2017-12-01 12:16:23