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Gadara (Dekapolis)
a0297 - Elagabalus
ΑΥΤ Κ Μ ΑΥΡ - ΑΝΤΟΝΙΝΟϹ
Büste belorbeert rechts
↺ ΙΑΑΓ - Κ(ϹΥΡ) - ΠΟΜ ΓΑΔ / ΑΠϹ
Tempel, 4-s., Zeus
AE | 27 mm | 12.66 g | 12 h Spijk. 76, (Mionnet V.328.50)
Jahr 281 der pompeian. Ära ("ΠΟΜ", ab 64 v.Chr.), 217/8 n.Chr.
4-säuliger korinthischer Tempel mit eng zusammengerückten Säulenpaaren, deren Schäfte gegenläufig gewunden sind, auf eben angedeuteter Bodenlinie. Der gesamte Giebel besteht aus je 2 Perlschnurreihen, im Giebelfeld Jahreszahl.
Im Innern Zeus mit Langszepter auf Thron nach links, zu Füßen Adler.

Dieses Stück widerlegt die Ansicht (so ua Chretien-Happe, S.134), in der Dekapolis seien auf Münzen alle Tempel, oft im Gegensatz zum archäologischen Befund, ausnahmslos mit glatten Säulenschäften wiedergegeben. Die o.g. Autorin stützt sich dabei ua auf Spijkerman, Gadara Abb.60; eine Tafel weiter hätte sie in Abb. 76 gedrehte Säulen des Zeus-Tempels erkennen können. Außerdem seien korinthische Kapitelle auf den Münzen wiedergegeben (ebd.), was ebenfalls ein Zeichen für die Unzuverlässigkeit der Münzen sei. Allerdings bezieht sich Chretienne-Happe auf den hellenistischen tetrastylen Podiums-Tempel in dorischer Ordnung (Rekonstruktionszeichnung: Hoffmann Abb.160), vermutlich ein Prostylos, der jedoch zum Zeitpunkt der imperialen Münzprägung schon längst buchstäblich in Schutt und Asche lag! Da der Wiederaufbau wohl erst nach den Aufständen 66 und 70 n.Chr. erfolgte, erscheint die Ausführung in korinthischer (oder ionischer) Ordnung wahrscheinlicher, zumal einige (wenige) entsprechende Fragmente entdeckt wurden (Hoffmann, S.109).
Solche diskrepanten Befunde sind bekanntlich Beleg für die meist geäußerte Meinung, die Münzbilder seien generell nicht detailgetreu, weil "architektonischer Realismus" nicht im Interesse der Emittenten gelegen habe. Das ist sicherlich sehr häufig, wohl überwiegend der Fall. Um so bedeutsamer (und vertrauenserweckender) erscheinen mir die Darstellungen, bei denen sich der Stempelschneider über die Gewohnheit hinaus um (besondere) Detailtreue bemüht.

Auch hier wurde bei Schanzarbeiten eine Marmorstatuette des Zeus Nikephoros gefunden, die den Münzabbildungen entspricht (Hoffmann, aaO).

Literatur:

Chretien-Happe, I.: Les representations de temples et sanctuaires sur les monnaies romaines de Decapole et d'Arabie, Syria 81 (2004), S.131-146
Hoffmann,A. und Kerner,S.(Hrsg.): Gadara-Gerasa und die Dekapolis, Mainz 2002 (empfehlenswert für archäologisch interessierte Laien, Grundrisse, Pläne)

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Zuletzt geändert am: 2013-04-08 19:30:49