im Detail
Amaseia/ Amasia (Pontos)
a0065 - Alexander Severus |
ΑΥ Τ Κ ϹЄΥΗ⁀ΡΟϹ - ΑΛЄΞΑΝΔΡΟϹ
Büste belorbeert rechts
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ΑΔΡ ϹЄΥ ΑΛЄΞ - ΑΜΑϹΙΑϹ / Μ⁀Η⁀Ν⁀Π⁀Ρ Π - i.F. ЄΤ - ϹΑΔ
Altar, Adler, Quadriga, Baum
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| AE | 35 mm | 23.07 g | 12 h | BMC 40v, RG 104v, Dalaison 613 (?) |
Jahr 228 (226/7 n.Chr.).
Großer Altar des Zeus (Adler), darüber Adler mit ausgebreiteten Schwingen, darüber Quadriga v.v. mit Wagenlenker (Helios?). Links neben Altar ein Baum.
Vgl. (#a0087
, #a0340
, #a0473
, #a0513
).
Ligatur Rs.: ΜΗ(ΤΡΟΠΟΛΕΩϹ) Ν(ЄΩΚΟΡΟΥ) Π(ΡΟϹ) Π(ΟΝΤΟΝ)
Ref: unterschiedl. Ligaturen u. Leg.trennung; dieser Typus für Jahr 229: Lindgr I A17A, Righ 553.
Diese Altarform soll (ua Tamaenko, S.72) den "tower-altars" (als neue Entität, so Price/Trell) und "rogi" , die, in Reminiszenz an das Mausoleum von Halikarnassos, 4- oder 5- (Sept.Sev.) etagig aufgebaut waren, entsprechen: bei dieser Rs. wäre die 1. Etage äquivalent zum Mauerwerk, die 2. Etage wäre durch den Adler, die 3. Etage durch die Quadriga und die 4. Etage durch den Wagenlenker repräsentiert.
Das überzeugt überhaupt nicht. Es fehlen nämlich häufig (ua Antoninus Pius, #a0473
) einzelne oder alle drei Stockwerke oder deren Symbole; dafür, daß es sich dennoch um denselben Altar handelt, ist der Baum neben dem Altar ausreichender Beleg (fehlt nur bei einem Ex. unter Trajan). Darüberhinaus spricht die Unzahl von Varianten (s.Dalaison) gegen eine verbindliche Ikonographie im o.a. Sinn. Unter den Varianten sind neben diversen Adlerbildern (#k1607) hervorzuheben: Adler unter einem Dach, auf dem Rücken liegendes Rind (mit und ohne Adler auf dem Bauch), Altar auf Tischbeinen ua.
Zwar gibt es Rs. mit scheinbar (!) zwei gemauerten Etagen (#a0340
, #a0513
). Aber bes. bei (#a0513
, so auch #k3495) ist unzweifelhaft sichtbar, daß einerseits Flammen (auch) seitlich aus dem "2. Stockwerk" schlagen und daß andererseits die Reihen des unteren Bauteils versetzt (Läufer-Binder ?) aufgebaut sind. Diese Konstruktion reflektiert demnach ein (hölzernes) Gerüst als Aufbau auf einem gemauerten Altar und nicht, so Dalaison, eine zweite Etage.
Schließlich sucht man derart vorgestellte Altäre in der übrigen Münzprägung vergebens, es sollte sich also um eine der Wirklichkeit sehr nahekommende Darstellung eines einstöckig gemauerten Baus handeln. Warum hätten die Graveure einen mehrstöckigen Altar nicht als solchen, sondern (mit Hilfe von Adler, Quadriga) kryptisch verschleiert darstellen sollen. Zur Wirklichkeitsnähe bringt Dalaison (S. 175) einen sympathischen Gedanken ein: der zu Beginn der Prägung einstämmige Baum weist ab Septimius Sev. (unter Alex.Sev. ausschließlich) zwei (sich umschlingende) Stämme auf; die Künstler hätten damit ins Bild gesetzt, daß der Stamm im Lauf der Jahre durch einen Blitz gespalten worden sei. Leider spricht wohl die Tatsache, daß beide Bildtypen längere Zeit nebeneinander geprägt werden (Septimius, Caracalla), gegen diese Idee; da ein solches Naturereignis eher einmalig und plötzlich ist, sollte auch eine rasche und einheitliche Umsetzung auf dem Münzbild zu erwarten sein.
Geburtsort von Strabo.
Großer Altar des Zeus (Adler), darüber Adler mit ausgebreiteten Schwingen, darüber Quadriga v.v. mit Wagenlenker (Helios?). Links neben Altar ein Baum.
Vgl. (#a0087
, #a0340
, #a0473
, #a0513
).Ligatur Rs.: ΜΗ(ΤΡΟΠΟΛΕΩϹ) Ν(ЄΩΚΟΡΟΥ) Π(ΡΟϹ) Π(ΟΝΤΟΝ)
Ref: unterschiedl. Ligaturen u. Leg.trennung; dieser Typus für Jahr 229: Lindgr I A17A, Righ 553.
Diese Altarform soll (ua Tamaenko, S.72) den "tower-altars" (als neue Entität, so Price/Trell) und "rogi" , die, in Reminiszenz an das Mausoleum von Halikarnassos, 4- oder 5- (Sept.Sev.) etagig aufgebaut waren, entsprechen: bei dieser Rs. wäre die 1. Etage äquivalent zum Mauerwerk, die 2. Etage wäre durch den Adler, die 3. Etage durch die Quadriga und die 4. Etage durch den Wagenlenker repräsentiert.
Das überzeugt überhaupt nicht. Es fehlen nämlich häufig (ua Antoninus Pius, #a0473
) einzelne oder alle drei Stockwerke oder deren Symbole; dafür, daß es sich dennoch um denselben Altar handelt, ist der Baum neben dem Altar ausreichender Beleg (fehlt nur bei einem Ex. unter Trajan). Darüberhinaus spricht die Unzahl von Varianten (s.Dalaison) gegen eine verbindliche Ikonographie im o.a. Sinn. Unter den Varianten sind neben diversen Adlerbildern (#k1607) hervorzuheben: Adler unter einem Dach, auf dem Rücken liegendes Rind (mit und ohne Adler auf dem Bauch), Altar auf Tischbeinen ua. Zwar gibt es Rs. mit scheinbar (!) zwei gemauerten Etagen (#a0340
, #a0513
). Aber bes. bei (#a0513
, so auch #k3495) ist unzweifelhaft sichtbar, daß einerseits Flammen (auch) seitlich aus dem "2. Stockwerk" schlagen und daß andererseits die Reihen des unteren Bauteils versetzt (Läufer-Binder ?) aufgebaut sind. Diese Konstruktion reflektiert demnach ein (hölzernes) Gerüst als Aufbau auf einem gemauerten Altar und nicht, so Dalaison, eine zweite Etage.Schließlich sucht man derart vorgestellte Altäre in der übrigen Münzprägung vergebens, es sollte sich also um eine der Wirklichkeit sehr nahekommende Darstellung eines einstöckig gemauerten Baus handeln. Warum hätten die Graveure einen mehrstöckigen Altar nicht als solchen, sondern (mit Hilfe von Adler, Quadriga) kryptisch verschleiert darstellen sollen. Zur Wirklichkeitsnähe bringt Dalaison (S. 175) einen sympathischen Gedanken ein: der zu Beginn der Prägung einstämmige Baum weist ab Septimius Sev. (unter Alex.Sev. ausschließlich) zwei (sich umschlingende) Stämme auf; die Künstler hätten damit ins Bild gesetzt, daß der Stamm im Lauf der Jahre durch einen Blitz gespalten worden sei. Leider spricht wohl die Tatsache, daß beide Bildtypen längere Zeit nebeneinander geprägt werden (Septimius, Caracalla), gegen diese Idee; da ein solches Naturereignis eher einmalig und plötzlich ist, sollte auch eine rasche und einheitliche Umsetzung auf dem Münzbild zu erwarten sein.
Geburtsort von Strabo.
Literatur:
Dalaison, J.: L'atelier d'Amaseia du Pont, Bordeaux 2008

