im Detail
Bizye (Thrakia)
a0868 - Philippus I
Stadttor, von zwei leicht vorspringenden Rundtürmen ohne Bedachung flankiert. Das Mauerwerk besteht aus versetzten Quadern, im oberen Teil (noch eben erkennbar) von hohen Rundbögen unterbrochen. Trotz durchgehender Bodenlinie ist leicht zu sehen, daß die abgeschrägte flache Basis des linken Turms die untere Quaderreihe der Tormauer überschneidet; dadurch wird dem Betrachter verdeutlicht, daß die Türme aus der Flucht vorragen.
Das untere Drittel der Tormauer besteht ebenfalls aus versetzten Quadern und wird von einem offenen Tor mit Rundbogen und Schwelle durchbrochen; ein Fallgitter reicht bis zu halber Torhöhe. Bds. des Tores sind zwei Reliefs in die Mauer eingelassen, rechts die drei Grazien, links der thrakische Reiter.
Das mittlere Drittel der Tormauer wird von einem Band gebildet, dessen Struktur (auch nicht auf anderen Rs.) nicht zu deuten ist. Darüber liegen zwei Lagen nicht gegeneinander versetzter Quadern.
Die untere Lage des oberen Drittels ähnelt dem Gebälk eines klassischen Tempels mit angedeuteten Triglyphen und Metopen (?). Darauf ruht eine Arkade aus sieben hohen Bögen, jeweils von einer Figur besetzt. Das abschließende Gesims ist durch eine Perlschnurreihe angedeutet.
Unmittelbar auf dem Sims stehen außen je eine Figur: die linke scheint einen Speer zu schleudern, in der rechten erkennt Jurukova Artemis mit Köcher (S.93). Zwischen den Figuren steht - auf eigener Basis - das Standbild einer nach rechts galoppierenden Quadriga mit einem Wagenlenker (Nike?).
Von anderem Rs.Stempel: Imhoof-Bl./ Nymphen, Tf.11.23, Jurukova 94.
Bis in die Einzelheiten, inklusive der Figuren, ist dasselbe Stadttor (Varbanov: Triumphbogen!) abgebildet, wie auf der Totalansicht der Stadt (SMB 18200684 = Jurukova 135 = Varb. 2002.1721 = Liegle 34 = Price/ NC 1971,Nr.3) zu sehen. Vgl. auch die anonyme Darstellung (#a0768
).
Die Tatsache der wiederholten exakten Wiedergabe von Einzelheiten des Tores läßt vermuten, daß hier tatsächlich einmal eine weitgehend (soweit vom Medium Münze zugelassen) detailgetreue Architekturdarstellung vorliegt. Wie schon in der Notiz zu (#a0768
) erwähnt, entspricht allerdings die Position der Quadriga wohl nicht der Realität: die vom oberen Sims abgesetzte Basis soll verdeutlichen, daß die Figurengruppe nicht auf dem Tor, sondern realiter hinter dem Tor zu suchen ist (Grundsatz "above instead of behind").
Die Reliefs in der Torwand, Grazien und Reiter, sind typische Bestandteile für die thrakische Ikonographie (auf Münzen, Votivtafeln ua) und könnten als Apotropäen gedacht worden sein (so Jurukova, S.8).
Jurukova,J.: Die Münzprägung von Bizye, Griechisches Münzwerk, Berlin 1981
Das untere Drittel der Tormauer besteht ebenfalls aus versetzten Quadern und wird von einem offenen Tor mit Rundbogen und Schwelle durchbrochen; ein Fallgitter reicht bis zu halber Torhöhe. Bds. des Tores sind zwei Reliefs in die Mauer eingelassen, rechts die drei Grazien, links der thrakische Reiter.
Das mittlere Drittel der Tormauer wird von einem Band gebildet, dessen Struktur (auch nicht auf anderen Rs.) nicht zu deuten ist. Darüber liegen zwei Lagen nicht gegeneinander versetzter Quadern.
Die untere Lage des oberen Drittels ähnelt dem Gebälk eines klassischen Tempels mit angedeuteten Triglyphen und Metopen (?). Darauf ruht eine Arkade aus sieben hohen Bögen, jeweils von einer Figur besetzt. Das abschließende Gesims ist durch eine Perlschnurreihe angedeutet.
Unmittelbar auf dem Sims stehen außen je eine Figur: die linke scheint einen Speer zu schleudern, in der rechten erkennt Jurukova Artemis mit Köcher (S.93). Zwischen den Figuren steht - auf eigener Basis - das Standbild einer nach rechts galoppierenden Quadriga mit einem Wagenlenker (Nike?).
Von anderem Rs.Stempel: Imhoof-Bl./ Nymphen, Tf.11.23, Jurukova 94.
Bis in die Einzelheiten, inklusive der Figuren, ist dasselbe Stadttor (Varbanov: Triumphbogen!) abgebildet, wie auf der Totalansicht der Stadt (SMB 18200684 = Jurukova 135 = Varb. 2002.1721 = Liegle 34 = Price/ NC 1971,Nr.3) zu sehen. Vgl. auch die anonyme Darstellung (#a0768
).Die Tatsache der wiederholten exakten Wiedergabe von Einzelheiten des Tores läßt vermuten, daß hier tatsächlich einmal eine weitgehend (soweit vom Medium Münze zugelassen) detailgetreue Architekturdarstellung vorliegt. Wie schon in der Notiz zu (#a0768
) erwähnt, entspricht allerdings die Position der Quadriga wohl nicht der Realität: die vom oberen Sims abgesetzte Basis soll verdeutlichen, daß die Figurengruppe nicht auf dem Tor, sondern realiter hinter dem Tor zu suchen ist (Grundsatz "above instead of behind"). Die Reliefs in der Torwand, Grazien und Reiter, sind typische Bestandteile für die thrakische Ikonographie (auf Münzen, Votivtafeln ua) und könnten als Apotropäen gedacht worden sein (so Jurukova, S.8).
Literatur:
Imhoof-Blumer,F.: Nymphen und Chariten auf griechischen Münzen, JIAN 11/ 1908, S.1-213, Tf.1-12Jurukova,J.: Die Münzprägung von Bizye, Griechisches Münzwerk, Berlin 1981


