Jahr 8 (144/5 n.Chr.).
2-säuliger korinthischer Tempel mit Sonnenscheibe und Uraei im Dreiecksgiebel (Pediment), der dem Epistyl aufsitzt. Der gesamte Giebel ist in Perlschnur gearbeitet. Eine Stufe führt zum Stylobat, auf dem Tyche mit Ruder und Füllhorn steht.

Variante mit Girlanden (#a0576img).
Die vorliegende Münze kombiniert Vs. Köln 1487 mit Rs. Köln 1488 (analog RPC, s.o.).

Es ist auffällig, daß in Alexandria weit überwiegend zweisäulige, nur selten viersäulige Tempelfronten (zB Dattari 3051; vgl. 4-s. Eingang zum Serapeion, Dattari 3803) oder Tempel über Eck (#a0884img, RPC 2696) geprägt wurden.
Zwei- bis zu vielsäuligen (zB Heliopolis) Fronten können einerseits nur einen Durchgang auf dem Weg zum eigentlichen Heiligtum (Propyläen, s. Agathodaimon-Altar) repräsentieren. Ein Hinweis darauf kann das Fehlen von Sockel oder mehrstufiger Treppe/ Krepis sein, an deren Stelle nur eine einfache (oder gedoppelte) Bodenlinie gezeigt wird. Die Statue zwischen den Säulen identifiziert den eigentlichen Tempel.
Andererseits bilden zwei- (oder viersäulige) Tempelfronten häufiger auch einen Komplex aus dem Innern eines Tempels ab, zB das eigentliche Allerheiligste selbst, aber auch "Nebentempel" in Form von Nischen, Schreinen uä (im Sinne von Seitenaltären oder -kapellen).
Schließlich sind vier- und mehrsäulige Bauten (wohl aber nicht Distyloi) in der Mehrzahl genau als das anzusehen, was die Bilder zeigen: Frontalansichten.

Monumente auf Münzen wurden in Alexandria ab Augustus bis zur Tetradrachme mit Pharos (Commodus) geprägt. Danach sind nur noch je eine Rarität unter Septimius Severus und Caracalla (Drachmen Geissen 2694 und Dattari 4096), sowie die umfangreiche Consecrations-Emission des Carus (Billon mit Altar, #a0512img) bekannt.

Literatur:

McKenzie, J.: The Architecture of Alexandria and Egypt, New Haven u. London 2007