4-säuliger korinthischer Tempel auf zweistufiger Krepis mit durchbrochenem Architrav ohne Bogen; geteilte Giebelschrägen, Eck- und Firstakrotere, im 'Giebelfeld' ein Kranz. Im Innern sitzt Zeus mit Schale und Szepter auf Stuhl nach links.

Variante (#a0456img).

Mehrere Rs.Varianten, diese Münze ist wohl stempelgleich mit RPC 710.14 (oh.Abb.), sonst anscheinend ohne weiteren Beleg.

Die Giebelform ist nicht einmalig, aber selten (mW nur noch: Ake-Ptolemais, Sofaer 204 und 211; Apollonoshieron, RPC IX.757; Kadoi, BMC 47 und Mabbott 1891); sie als Zwischenschritt in der Entwicklung (??) von klassischem zu 'syrischem' Giebel zu verstehen, verbietet sich wohl, weil sie als Stilmittel einfach um Jahre zu spät kommt. Das gilt auch für die etwas häufiger dargestellten di- und tetrastylen Tempel mit 'Dreiecksgiebel' ganz ohne Anzeichen eines Architravs, zB Amaseia (Dalaison 346), Amisos (vAulock 6749), Apollonoshieron RPC temp VI. 4557), Magnesia ad Sipylum (#a0792img, #a0839img), Paltos (RPC IX.1861), Petra (#a0821img), Synnada (Mabbott 1940), Tarsos (#a0394img, tetrastyl), Thessalonike (#a0846img, #a0925img), Tium (RPC temp VI. 3591).

Die Darstellung ohne durchgehenden, aber doch angedeuteten Architrav erlaubt eine detailliertere Ausarbeitung der platzfordernden Sitzstatue im Säulenzwischenraum, so die opinio communis. Eine andere Rs. Variante (#k0174, #k1321, bei stempelgleichen Vs.) zeigt eine schmale Linie zwischen den Epistylen und im Vergleich zu (#a0456img) einen gewissermaßen darunter geduckten Zeus. In diesem Zusammenhang ist der Antonian für Salonina (s. #a0069img) bemerkenswert, der wohl als einzige stadtrömische Prägung einen Giebel ohne vollständigen Architrav zeigt. Dessen Darstellung - ob beabsichtigt oder ungewollt - ist deshalb besonders hervorzuheben, weil der Stempelschneider die Mondsichel über dem Haupt der Segetia so formt und plaziert als handele es sich um einen 'syrischen Giebel'.

Als Hauptgottheit der Stadt ist nur Zeus im Tempel (sitzend) abgebildet, es gibt wohl keine anderen Architekturmünzen.
Brouzos bildete mit Eukarpeia, Hierapolis, Otros und Stektorion die phrygische Pentapolis.