3-säuliger ionischer Schrein (in Form wohl eines Rundtempels ?) mit kegelförmigem Dach auf einachsigem Wagen, nach rechts von Pferdequadriga gezogen.

Die Angaben zu den Ref. sind geeignet, Verwirrung zu stiften. Das Exemplar SNG München (unter Lucius Verus) ist identisch mit Schultz 146 (dort Septimius Sev. zugeordnet; nach SNG jedoch fälschlich, weil Vs.Legende retuschiert). Die Rs. Schultz 132 (Lucius Verus) ist (wegen der Erhaltungen nicht ganz sicher, aber sehr wahrscheinlich) von demselben Stempel wie Schultz 146; die Vs. zu Nr.132 ist nicht abgebildet, der Typus (Nr.130) weist, abgesehen von der möglichen Legendenbearbeitung, ebenfalls auf Stempelgleichheit hin.
Bds. von weiteren Stempeln: #k09828.

Demnach stellen die Vs. der vorliegenden Münze nach Stil und Umschrift einen deutlich, die Rs. einen diskret unterschiedlichen Typ dar. Die Porträts der beiden Ref.Ex. wirken etwas unbeholfener als die sesterzähnliche Vs. dieses Stückes. Schultz (S.46) spricht, wohl den mäßigen Erhaltungen ihrer Exemplare geschuldet, von "Fensteröffnungen", die ionischen Säulen sind auf der vorliegenden Münze jedoch eindeutig erkennbar.

Ähnliche Rs. mit zweiachsigem Wagen und rundem Aufbau mit vier Säulen (s.Notiz zu #a1011img).

Einen (zweiachsigen) Kultwagen, der unzweifelhaft einen Rundtempel trägt, zeigt eine Münze aus Philadelphia (Amman): Spijkerman 35f, BMC 20, (#k5010).

Welche Bedeutung die Wagen mit tempelähnlichen Aufbauten haben (#a0598img, #a0717img), bleibt häufig, so auch hier, mangels identifizierender Hinweise unklar. Natürlich liegt ein kultischer Anlaß für die Prägung nahe.

Literatur:

Schultz, S.: Die Münzprägung von Magnesia am Mäander..., Berlin 1975