Auf hoher und breiter Basis (mit nicht lesbarer Inschrift ?) tragen mittig zwei schmale senkrechte Balken einen ebenfalls schmalen Sims; der Abstand der Balken voneinander bemißt sich auf ca. ein Drittel der Basisbreite. Der Sims ist nicht eindeutig in ganzer Breite waagerecht, sondern scheint an den Enden leicht aufwärts gebogen. Basis und Balken (Pilaster ? hervorgehobene Kanten ?) bilden ein hochkant stehendes Rechteck, welches im unteren Teil einen Wasserspeier mit Wasserstrahlen von vorn zeigt, im oberen Teil eine nach rechts schreitende weibliche Figur mit wehendem langen Gewand. Diese ist gleichartig rechts und links des Rechtecks wiederholt; ebenfalls bds. angeordnete Wasserspeier werden von der Seite dargestellt und sind dadurch leicht als Löwenköpfe zu erkennen, aus deren Mäulern wiederum Wasserstrahlen bogenförmig quellen. Die beiden seitlichen Flächen zeigen keinen äußeren Rand ('Balken'), gehen also ohne Begrenzung in das Münzfeld über.
Anscheinend ohne Verbindung zu dem Bau sind zwischen diesem und dem Münzrand vier Kugeln und darüber - durch einen schmalen Strich getrennt - 3 weitere Kugeln zu erkennen; deren Bedeutung ist nicht unmittelbar einsichtig. Von den Rändern des Simses hängt bds. girlandenähnlicher Schmuck herab.

Bds. stempelgleich: CNG e363.245 (#k09429).
Variante Hristova/Jekov 46.2: Basis mit drei Stufen.
Kleineres Nominal: (#a0737img, s.dort, #a0865img und #a0749img, #a0898img, s.dort).

Die Gestalt des Simses weist auf eine zylindrische Bauform, recht eindeutig an einem weiteren Brunnenbild der Stadt (#a0898img) zu sehen (*); auch die nicht vorhandene senkrechte Begrenzung (Kante) schließt eine Quaderform aus. Davon unabhängig sind drei von vier (gebogenen!) Schaufeldern dargestellt; das mittlere ist frontalsichtig, die 'seitlichen' sind, wie nicht unüblich, nach vorn gedreht. Dabei hat der Graveur jedoch die 'seitlichen' Wasserspeier in der Seitansicht belassen, wodurch sie als Löwenköpfe leichter erkennbar sind.

Der Bau ist sicherlich als Hinweis auf die schon im Altertum bekannten Mineralquellen bzw. auf die damit zusammenhängende Badekultur zu verstehen (s.Biernacka/ 1973, S.376).

Auf allen Abbildungen von Nymphäen werden, mehr oder weniger hervorgehoben, Kugeln (Donaldson: "knobs"), allerdings immer nur in einer Reihe, abgebildet; für den antiken Betrachter könnten diese Kugeln (tatsächliche Funktion ??) als Identifizierungshilfe (für einen zum Badewesen gehörenden Bau) gedient haben (s.Notiz zu #a0607img).

Münzen mit Wasserspeiern/ Fontänen: s. Notiz zu (#a0232img).

Bronzene Löwenkopfwasserspeier sind archäologisch nicht ungewöhnlich, s. aus 2014: http://www.novinite.com/articles/164481

(*) im Gegensatz zum Brunnen auf #a0749img (vgl. Typus Meta sudens)