114 v.Chr.

Reiterstandbild nach rechts auf dreibogigem Unterbau.

Vs. Kopf der Roma (?) nach rechts, hinter dem Nacken ein sechsstrahliger Stern als Zeichen für Denar.

Zur Identifikation des Baus (und auch der Reiterstatue) s. Bianchi (1996, S.75f m.Lit.). Der pons Aemilius (nach Eckhel V, S.127), der Pons Sublicius (nach Küthmann u. Overbeck, S.62), ein Triumphbogen (nach Mommsen; Hill/ 19890, S.47*), die Dekoration der Statuenbasis (nach Fuchs, S.12) ua standen in der Diskussion, heute sieht man wohl überwiegend das Bild eines Aquaedukts.
Der pons Aemilius ist dagegen unverkennbar auf einem Medaillon unter Antoninus Pius (Gnecchi II, S.9.1-3, Tf.43.1-2) dargestellt: ua sieht man die Überfahrt der Schlange auf die Tiberinsel.
Der pons Aelius mit drei großen und je zwei kleineren uferseitigen Bögen ist auf Medaillons Hadrians zu sehen (zB Gnecchi II, S.8.51 u. Tf. 42.4).
Pons Sublicius mit der Szene des Horatius Cocles auf Medaillons unter Antoninus Pius (zB Gnecchi nII, S.9.5 u. Tf. 43.4).


Das Motiv ist der Darstellung der "Aqua Marcia" (#a0161img) ähnlich, allerdings sind die Bögen nicht durchgehend, sondern bds. abgeschnitten. Das könnte ein Hinweis darauf sein, daß der Bau, von M.Aemilius Lepidus im Jahr 187 v.Chr. begonnen, zum Zeitpunkt der Prägung (114-113 v.Chr.) noch unvollendet war. Die Fertigstellung des Aquaedukts unter L.Marcius Philippus (Prägung um 56 v.Chr.) wäre vom Stempelschneider dann dadurch verdeutlicht, daß die Bogenreihe von den Münzrändern sozusagen überschnitten wird (s. Kowalewski, Bauten, S.8f).

Die Prägung ist die zweite römische Architekturdarstellung auf Münzen, ca. 20 Jahre nach der 'Columna Minucia' (#a0113img).

(*) Dreitorige Triumphbögen kommen aber erst in der Kaiserzeit auf.