Vier ionische Tempel, von denen in einer oberen Reihe zwei tetrastyle Tempel nebeneinander frontal abgebildet sind. Die beiden anderen Tempel stehen in der unteren Ebene über Eck (jeweils zwei frontale Säulen und 4 Säulen in der Seitenansicht) auf einer gemeinsamen Bodenlinie einander gegenüber.
Alle Tempel stehen auf drei- bzw. vierstufigen Fundamenten; es ist nicht eindeutig, ob die unteren Tempel evtl. Podiums-Tempel sein könnten. Den Säulen lagern jeweils Dreiecksgiebel auf, die beiden unteren Tempel lassen plattengedeckte Satteldächer erkennen. Alle Tempel sind mit Akroteren und Strichdekor an Simen bzw. Firsten geschmückt.
In jedem Tempel ist ein Standbild zu erkennen: im Tempel oben links steht Artemis Ephesia, oben rechts ein Togatus; in den unteren stehen jeweils Kaiserstatuen, nach Trell/Eph.S.62: Artemis, Domitian, Hadrian, Macrinus-Elagabal.

Alle Ref. (und #k9511) sind bds. stempelgleich, ein bes. gut erhaltenes Ex.: (#k2185 = Aukt. Künker 124.9326 = Aukt. KölnerMünzZ 64.452 = Karwiese 683).
Burrell (S.76), coin type 23.
In SNG Turkey (fälschlich) vier tetrastyle Tempel beschrieben.

Nur der Artemis-Tempel hat im Giebelfeld einen Punkt (Globus? so auch #a0683img), die anderen drei Tempel weisen dort die schon zuvor (s.Notiz zu #a0066img) besprochene und strittige rechteckige Öffnung auf. Warum hier dieses anscheinend nicht unwichtige Detail von der Mehrzahl der Münzabbildungen des Artemisions abweicht, ist völlig unklar - aber sicher nicht grundlos, zumal die andere ephesische Münze mit 4 Tempeln (#a0683img) die Giebel in gleicher Weise wiedergibt.
Der Artemis-Tempel der Münze ist, der Wirklichkeit entsprechend, von ionischer Ordnung. Dagegen sind die beiden frühen imperialen Neokorie-Tempel von Domitian und Hadrian sicherlich korinthisch gewesen. Das könnte man am ehesten damit erklären, daß aus künstlerischen oder auch religiös-politischen Absichten heraus Konformität und Gleichgewichtung angestrebt wurden.

Die GB aus Sardes BMC 171 ist nahezu identisch aufgebaut; natürlich wird anstelle des Artemision der sardische Kore-Tempel (mit dem ihm zugehörigen 'syrischen Bogen') präsentiert, und das nicht links oben, sondern rechts oben.