Jahr 528 der Ära (216/7 n.Chr.).

6-säuliger (ionischer) Podiumstempel auf hohem Podest, in dessen Mitte eine sich nach oben (fluchtperspektivisch) verjüngende 4-stufige Treppe zum mittleren Interkolumnium führt. Der flache trapezförmige Architrav ist einfach gekehlt, die Schrägen des Dreiecksgiebels besitzen dagegen eine tiefe innere und eine schmalere äußere Kehle; sie besitzen Strichdekor, First- und Eckakroterien. Im Giebelfeld eine liegende Mondsichel. Das Podest scheint bds. der Treppe Mauerwerk nachzuahmen, ebenso wie (vielleicht) der rechteckige Altar im Innern. Auf dem Altar ein Adler mit leicht geöffneten Schwingen nach rechts, Kopf nach links gewendet. Über dem Adler bds. je ein gleichartiges Objekt (Schirme?) ohne Verbindung zum Bau.

Die Rs. zeigt nicht die häufigere und variantenreiche Darstellung des Steins von Emesa (allein oder auf einem Altar, zB #k3769 = CNG 79, 651), sondern einen Adler. Sie ist der Abb. (#k5508 = Aukt. Baldwin 59. 761; dort fälschlich als BMC 16 identifiziert) sehr ähnlich, wenn auch nicht stempelgleich.

Es handelt sich vermutlich um eben den Tempel, der auch in Ansicht über Eck auf Münzen erscheint, zT richtigerweise mit 6 frontalen Säulen und fälschlich ohne Treppe (#a0523img), zT mit nur 4 Säulen, jedoch mit Treppe (Price/Trell, s.Notiz zu #a0523img).
Es ist auch die Meinung zu bedenken, daß diese Abbildungen den Eingang zu Altarhöfen darstellen, mit dem Altar im Hintergrund (s. Notiz zu #a0963img, vgl. ua #a0188img).

Die Struktur des Baus ist identisch mit BMC 17 (Elagabal), dennoch sind die Münzen von Hefner unverständlicherweise in verschiedenen Abschnitten seines Werkes untergebracht (s.S.55 und 80).