Quasi-autonom aus dem 2.Jhdt.n.Chr.

Rundbogiges Tor mit teilweise herabgelassenem Fallgitter, flankiert von zwei niedrigen zinnenlosen Rundtürmen auf einfacher Bodenlinie. Das Mauerwerk des Baus ist zT noch erkennbar. Zu beiden Seiten des Tores je eine quadratische Nische mit Figuren (links ein Reiter, rechts die drei Grazien). Das obere Drittel der Tormauer besteht in einem Geschoßsims, dem eine 6-bogige Arkade aufliegt. In den Bögen befindet sich jeweils eine Büste (? Punkt auf einem Kegel). Mit deutlichem Abstand zu den Bogenscheiteln wird die Mauer von einem Sims abgeschlossen, der als Standlinie für Figurenschmuck dient. In der Mitte ist eine Quadriga (im Schritt) nach rechts zu erkennen; sie wird von einer Nike, in der Linken einen Kranz, gelenkt. Links (hinter) dem Gespann ein (Speer- ?) Werfer.

Das Fallgitter identifiziert den Bau eindeutig als Tor. Dem stehen die Figuren nicht entgegen, da diese, gut auf den größeren Nominalen zB für Hadrian bzw. Philipp I. (vgl. Price/Trell Abb.497 bzw. SMB 18200459, #a0686img) zu erkennen, auf eigenen flachen und vom oberen Sims der Tormauer abgesetzten Postamenten stehen. Das entspricht dem Grundsatz "nicht auf, sondern hinter" (dazu s. Notiz zu #a0104img). Darüberhinaus ist auf den größeren Ex. vor die Quadriga eine nach rechts jagende Artemis gesetzt; zT tragen die Türme Zinnen (und zuoberst Fenster ?), und die Arkade besteht aus bis zu 11 Bögen.

Das Gespann wird allseits als Quadriga beschrieben, aber auch auf dem Ex. RPC (stempelgleich) sind eigentlich nur drei Pferdeköpfe zu erkennen.

Die Darstellungen des Tores bzw. der Stadtmauer in toto (Jurukova 135 u.137) sind außer einer im Hintergrund der Szene angedeuteten Tempelfassade (Medaillon Jurukova 131) die einzigen Architekturdarstellungen der Stadt.

Literatur:

Jurukova,J.: Die Münzprägung von Bizye, Griechisches Münzwerk, Berlin 1981