6-säuliger korinthischer Podiums-Tempel mit Akroteren und undefiniertem Objekt im Giebelfeld, 4-stufige schmale Treppe mit Wangen zum Stylobat. Im Tempel Poseidon nach links, den rechten Fuß auf Felsen, in der Linken Dreizack, in der Rechten Delphin. Der Meeresgott tritt nur gelegentlich mit dem Delphin, der für ihn bei Amphitrite warb, auf.

Lindgren, wohl auch Sawaya (D330?/R670) stempelgleich.

Vs.Legende: Nominativ, vgl. (#a0207img): Dativ.

Die Freitreppe weist ikonographisch auf einen Podiumstempel hin. Aus der römischen Zeit sind in der Region nur derartige Tempel (abgesehen von einigen Rundtempeln) gefunden worden. Diese Tatsache ist numismatisch nur mit wenigen Ausnahmen (zB #a0031img)
ins Bild gesetzt, in aller Regel stehen die frontal gezeichneten Tempel nur auf einer schmalen Bodenlinie. Dagegen sind über Eck abgebildete Tempel auf hohen Podien (zB Heliopolis, Neapolis, Tyros), zT mit Wangen an den Treppenseiten, zu sehen. Die Beispiele #a0157img (oder #a0476img) im Vergleich mit #a0650img zeigen beide Darstellungsweisen an demselben Tempel.

Neben Astarte/Aphrodite war Poseidon die Hauptgottheit der Stadt, die unter Augustus zur Colonia mit Ius Italicum wurde.

Dazu Hefner, S.74 (falsch Emesa zugeordnet!): "Die Giebelenden setzen über den inneren Säulen an (sic). Dies ist das Bildzeichen, dass es sich um einen insgesamt sechssäuligen Tempel handelt, bei dem die mittleren Säulen der Längs- und die beiden Säulen der Rückseitenfront nach vorne, in die Ebene der Bodenlinie geklappt sind" (?). Wenn ich es richtig verstehe, soll demnach ein in der Front real 2-säuliger Tempel (welcher zwei zusätzliche rückwärtige Säulenpaare besitzt) abgebildet sein (s. Notiz zu #a0096img) - mit der sichtbar nicht zutreffenden 'Begründung', die Giebelschrägen lägen den "inneren Säulen" auf.