Rundaltäre oder andere Kultobjekte der Dioskuren, jeweils 'unter' halbrunden Bögen aus zwei Perlschnurreihen. Je ein 8-strahliger Stern (Symbole für den Dioskurenkult) im Feld zwischen Altar und Bogen. Zwischen den Altären freistehende korinthische Säule, alles auf durchgehender Bodenlinie.

BN bds. stempelgleich.

Auf einem größeren Nominal (s. Notiz zu #a1041img) sind die Kultobjekte mit ihren Bögen zusätzlich von einem 3-säuligen Bau umgeben, der die Umgrenzung des Heiligtums oder dessen Eingang andeuten soll, sie rahmen also die Altäre ein (vgl. #k0735, #k0890, SNG France 1832, Winsemann 2519). Die Bögen (dazu s. Notiz zu #a0409img; Nischen?) repräsentieren damit wohl die zentralen Kultorte im Innern des Heiligtums.
Auf der vorliegenden Münze sind die Bodenlinie mit den Sockeln, der Architrav und die beiden seitlichen Säulen nicht mehr abgebildet. Dh die nun frei stehende Säule steht pars pro toto für das gesamte Monument und imponiert dank einer (neuen) Bodenlinie fälschlich als direkt zu den Altären (ähnliche Darstellung des Kultobjekts: Hypaipa #a0438img, Synnada #a0660img, Edessa/Mesop. #a0692img) gehörig.

Dies ist ein Beispiel für die Möglichkeit (und Notwendigkeit), ein Münzbild aus einem andern zu verstehen; für die Zeitgenossen war es vermutlich klar ersichtlich, was die einzelne Säule darstellen sollte, für uns wäre die Interpretation ohne die ausführlichere Abbildung der oben beschriebenen Münze zu einem noch schwierigeren Ratespiel geworden.
Der Kunstgriff wird relativ häufig angewendet, vgl. Anazarbos (#a0461img, s.dort).

An die Stadt ist ein Edikt des Statthalters gerichtet (zZt des Tiberius?), das Maßgaben zur Infrastruktur im Zusammenhang mit Reisen von staatlich autorisierten Personen (cursus publicus) enthält: Vorhalten von Unterkünften, Zugtieren, sonstigen Versorgungen (SEG 26,1932).

Archäologische Seite: www.sagalassos.be

Literatur:

Brandt, H. und Kolb, F.: Lycia et Pamphylia, eine römische Provinz im Südwesten Kleinasiens, 2. Mainz 2005