4-säuliger wohl ionischer Tempel mit gewundenen und paarweise eng zusammenstehenden Säulen. Ein Architrav liegt den Epistylen knapp auf und bildet mit den Schrägen einen klobig wirkenden Dreiecksgiebel. Akrotere. Im Giebelfeld ein Adler mit geöffneten Schwingen nach links. Der Unterbau ist ebenso wie bei (#a0579img) nicht gerade; die Stylobata knicken flachwinklig nach innen unten ab und gehen nach kurzem Schrägverlauf wieder in die Waagrechte über. Im weiten Innern steht auf eigener Basis ein Standbild des Apoll, der in seiner Rechten einen Zweig, in seiner Linken einen runden Gegenstand (?) über einen kleinen Altar (?) hält.

Ref. wohl bds. stempelgleich.

Rs. 3 Eparchien (Γ), 2. Neokorie (B). "ΠΡΩΤΗΣ, ΜΕΓΙΣΤΗΣ, ΚΑΛΛΙΣΤΗΣ" (AMK), s.Notiz zu (#a0612img).
Vs. "Π - Π" in den Feldern: "ΠΑΤΗΡ ΠΑΤΡΙΔΟΣ", wie auf allen Großbronzen aus Tarsos (ua auch auf Prägungen aus Mopsos, Seleukia/ Kal., Soloi-Pompeiopolis, Zephyrion).

Der Beweggrund für die ungewöhnliche und wohl nur für Tarsos typische Gestaltung der Tempelbasis (vgl.#a0579img) scheint nicht erklärbar. Vielleicht ist es ein eher unbeholfener Versuch, etwas mehr Höhe für die Präsentation des Götterbildes zu gewinnen (= das immer wieder, wohl meist zu Recht, angeführte Argument für diverse unterschiedliche Tempelfronten). Allerdings sollte dann erklärt werden können, warum der Graveur nicht andere auch in Tarsos (zB #a0394img, #a0579img, SNG Lev 1142) verwendete Lösungen des Platzproblems bevorzugt hat. Die Erklärung kann nur sein, daß dem Stempelschneider die Abbildung des Adlers besonders wichtig schien. Die oben beispielhaft angeführten Tempelfronten hätten nicht die Möglichkeit geboten, den Adler an exponierter Stelle abzubilden.