4-säuliger ionischer Tempel mit gedrehten Säulen und mit halbrundem 'syrischen Giebel' auf 2-stufiger Basis. Architrav, Giebelschrägen und Bogen sind zweireihig in Punkt- bzw. Strichmodus ausgeführt. Unter dem Bogen ist das Standbild der Artemis Ephesia (eradiert) eben erkennbar.

Bds. von anderem Stempel: #k4851 = CNG e225.262 (dort falsch als BMC 65 u. vAulock 3598) mit Rs.Schreibfehler "..ЄΥΜ⁀ΝΩΝ".
MFA: Rs. stempelgleich, Vs. wie CNG.
vAulock u. Stoll 200: bds. stempelgleich.
Für Caracalla (#a0779img) ist die Kultfigur im (hexastylen! vgl. BMC 64f) Tempel mit klassischem Dreiecksgiebel dargestellt. Unter Philippus sen. ein ähnlicher Tempel, unter dem 'syrischen Bogen' jedoch Standbild der Tyche.

Die Prägung (so auch #a0529img, #a0779img) hebt die (angebliche) Abstammung der Vorväter aus Achaia hervor, auch wenn die historische Gründung eher in die seleukidische Zeit ('Eumenes') weist.
Fast alle Provinzstädte versuchten auf die eine oder andere Weise, Selbstbewußtsein aufzubauen und sich gegenüber Konkurrenten und Nachbarn zu profilieren (Stichwörter: Gründersagen, Privilegien, Kaiserbesuche). Insbes. diejenigen (kleineren) Städte, die keine hervorragenden Ehrentitel (Neokoros, Asylos, Colonia ua) aufzuweisen hatten, propagierten ihre Herkunft aus griechischen Regionen (zB Blaundos, #a0387img u. #a0825img; Dokimaion, #a0081img: "Makedonier"). Gelegentlich wurden auch zwei Abstammungslinien ins Spiel gebracht, möglicherweise um andere Städte zu übertrumpfen (zB Synnada, #a0660img, "Ionier u. Dorer"). Auf diese Weise halfen auch Münzlegenden dazu, Gemeinschaftsgefühl zu stiften und zu erhalten.
((Vgl. Veteranenansiedlungen; Galatien,Emerita))