2./1.Jhdt.v.Chr.
Girlandengeschmückter Unterbau/Altar, darauf pyramidenartiger Aufbau, auf dessen Spitze ein Adler. Innerhalb der Pyramidenschenkel Sandanstatue auf einem gehörnten Fabeltier zwischen Altären.

Ref.: unterschiedliche Monogramme.

Überblick Sandantypen der Kaiserzeit: Ehling, S.141.

Ob es sich um ein dauerhaftes Monument ("undoubtedly made of wood", so Trell, S.48) oder um die Darstellung eines jährlich zum Fest "pyra" angezündeten Scheiterhaufens (incl. Holzstatue des Sandan) gehandelt hat, ist offen.
Zu Objekten auf Altären s. Notiz zu #a0409img.

Die früheren Tetradrachmen aus Tarsos mit dieser Rückseite gehören zu den ältesten Beispielen für "architectura in nummis".

Jedenfalls gibt diese Rs. Anlaß zu allerlei Vermutungen: der Feueraltar als Prototyp für den rogus (s.Notiz zu #a0065img), das Stadtfest pyra für die consecratio, der Adler wie Phönix für die Apotheose. Auferstehungsgedanke wie in andern Kulten (Osiris, Adonis, Attis, Baal).
Sandan ist eine alte hethitische Gottheit, die im Laufe der Jahrhunderte im synkretistischen Schmelztiegel Tarsos mit Zeus, Herakles ua verschmolz. Die Gottheit berührte mit den Füßen nie die Erde, allenfalls die Berggipfel und natürlich die Fabeltiere, die als Träger dienten.

Geburtsort Saulus von Tarsos.

Literatur:

Ehling, K.: Die Götterwelt von Tarsos, Asia Minor Studien 53, Bonn 2004, S.130-153
Trell, B.: Architectura Numismatica. Early types: Greek, Roman, Oriental. NC 132 (1972), S.45-59, Tf.4-7
Trell, B.: Tomb, Altar or Shrine? The Numismatic Evidence, in: Actes du 8ème Congrès Internationale de Numimatique 1973, Paris - Bale 1976, S.163-169, Tf.17-19