4-säuliger Tempel auf drei Stufen und mit einfachem Epistyl. Die beiden inneren Säulen sind eindeutig niedriger als die äußeren Säulen. Im ersten Anschein sieht man einen Dreiecksgiebel und einen Stern im Giebelfeld. Ungewöhnlicherweise ist ein zusätzlicher Schrägbalken (*) auf dem Tempeldach abgebildet. Zuoberst auf dem Dach erkennt man eine Plattform und darauf einen Adler mit offenen Schwingen. Im Tempelinnern ist der Stein des Zeus Kasios mit Perlschnurschmuck zu sehen.

Bds. stempelgleich: Lindgren.
Ein größeres Nominal s. unter RPC 10129.
Für Caracalla gleiche Darstellung: SNG München 999, Ireland RNS 33.1992

Insgesamt macht das 'Bauwerk', im Gegensatz zur detailliert ausgearbeiteten Vs., einen künstlerisch unbeholfenen Eindruck; die Struktur erscheint unstimmig, wird aber wohl im Vergleich mit einer früheren Abb. (desselben!) Tempels (s.Notiz zu #a0128img) verständlich. Die Prägung unter Trajan spiegelt unzweifelhaft den Versuch wieder, einen viersäuligen Schrein mit Zeltdach perspektivisch abzubilden; dieser Eindruck wird nur wenig dadurch beeinträchtigt, daß die beiden Säulen auf der rechten Seite nebeneinander und in gleicher Höhe (anstatt schräg versetzt) gezeichnet sind.
Demgegenüber ist die vorliegende Tempeldarstellung viel ungeschickter: Basis und Epistyl sind gerade Linien, der hl.Stein überschneidet die oberste Stufe und scheint somit vor dem Schrein plaziert, das vordere Dachdreieck des Zeltdaches wird als Dreiecksgiebel mißverstanden (Stern). Mit der unterschiedlichen Säulenhöhe versucht der Graveur vermutlich, die früheren Prägungen zu imitieren.

(*) vgl. zB #a0325img, #a0544img und bes. #a0917img: Tempel mit quadratischem Grundriß, die mittels ähnlicher Schrägbalken 'im Giebel' ein Pyramidendach anzeigen und einen Dreiecksgiebel ausschließen.