Ein hoher Bogen in der Art eines 'syrischen Bogens' (*) überspannt ein zentrales Interkolumnium, in dem zwei gleich große Figuren zu sehen sind: eine rechts stehende männliche Figur bekränzt Astarte. Darunter, ohne trennende Bodenlinie, der Torso eines nach rechts schwimmenden Flußgottes. Die Schenkel des Bogens ruhen auf den inneren Enden zweier Epistyle, die bds. einem Paar (wohl aus gedrehten) Säulen aufliegen. Zu den beiden seitlichen Interkolumnien führen jeweils von außen unten dreistufige Treppen, auf deren oberster Stufe jeweils eine weibliche Figur mit erhobenen Armen zu sehen.

Av.: Die Strahlenkrone ist nur mit Mühe, aber doch sicher am Original zu erkennen.

Ref. (und #k7093): Rs.von anderem Stempel.
Cohen 694: diff. Legende und Jahreszahl in ex.
Die Rs. (Vs. Elagabal) des deutlich besser erhaltenen (und als 'Unikum' bezeichneten) Ex. (Aukt. MuM 11.171) könnte stempelgleich sein.

Caesarea der Ituraeer (ITUR), welche seit Pompeius in der Region angesiedelt wurden (s.Seyrig, S.42).

Für diese Art 'Tempel' sind mW keine archäologischen oder bildhafte Äquivalente bekannt.
Vermutlich ist auch hier keine einheitliche Tempelfront dargestellt. Insbesondere könnten die schräg laufenden Treppen ohne durchgehende Bodenlinie (und auch der fehlende Dreiecksgiebel) Hinweise darauf sein, daß zB Seitenflügel jeweils um die inneren Säulen nach vorn gedreht zu verstehen sind, um Ansichten aus dem Innern des Baus nach vorn zu rücken.

Im übrigen ist auch hier wieder auffällig, daß der durch den Bogen gewonnene Raum nicht wirklich genutzt wird, um die Götterbilder in maximaler Größe ins Bild zu setzen. Es ist also durchaus denkbar, daß die tatsächliche Intention dieses Stilmittels sich nicht überall und durchgängig etablieren konnte, sondern zumindest in einigen Fällen nur eine Manier/ Mode darstellte - ohne Verständnis für die eigentliche Intention.

(*) dh ohne Dreiecksgiebel mit Giebelschrägen, s. Notiz zu #a0905img.

Literatur:

Seyrig, H.: Antiquités Syriennes. 68. Une monnaie de Césarée du Liban, Syria 36 (1959), S.38-89, Tf.7-13