88 n.Chr.

Wohl zur Fertigstellung des Tempels (vgl. #a0011img) nach dessen Brand 80 n.Chr.
6-säuliger Tempel des Jupiter Capitolinus im Hintergrund, Giebelornament (Kranz ? und ?). Davor girlandengeschmückter Altar, an dem der Kaiser rechts opfert. In der Mitte ein Flötenspieler, links ein Kitharoede.

Diese Szenen, vielfältig variiert, sind ein Hauptthema in der antiken Bildkunst (Überblick s. Grunow, S.61ff), häufig zu sehen an Wandmalereien und Reliefen (zB Altar des Vespasian-Tempels in Pompeji).

Auf Münzen kommen kaiserliche Opferszenen mit Tempeln (in Front- und Schrägseitansicht, auch mit Rundtempeln) im Vorder- oder auch Hintergrund durchaus regelmäßig vor: reichsrömisch (zB #a0118img; zB Caligula RIC 44, Domitianus RIC 383, J.Domna RIC 607), provinzialrömisch (zB Aigeai #a0652img/#a0931img, Akrasos #a0843img, Anazarbos #a0990img, Ephesos #a0604img, Pergamon #a0784img), dann anscheinend überwiegend auf Neokorie-Münzen. Szenen ohne Tempel sind häufiger zu finden (vgl. in dieser Sammlung: mit Kaisersäule #a0239img/#a0949img, mit Kultbild #a0817img).

Häufig spiegeln diese Szenen die kaiserliche Pietas gegenüber den Vorgängern (bes. im 1.Jhdt.); später ist auch die Absicht, die Nachfolger dynastisch zu legitimieren/ etablieren, offensichtlich. In diesen Fällen scheint die Architektur im wahrsten Sinne des Wortes in den Hintergrund zu treten, sie dient nur als Szenenbild, und fast ausnahmslos werden die Tempel dann von der Personenstaffage überschnitten.
Nicht weniger häufig scheinen solche Prägungen zu sein, die den opfernden Kaiser aus besonderem Anlaß darstellen: zB glückliche Rückkehr nach Reisen (Tempel der Fortuna redux), nach einem Sieg (Tempel der Victoria), nach Genesung/ Besserung (Tempel des Aesculap). In diesen Fällen steht der opfernde Kaiser meist frontal gegenüber dem Tempel, in jedem Fall ist der Bau in Gänze sichtbar (wenn auch gelegentlich en miniature), er dient der Verdeutlichung des Opferanlassses; in der Regel ist diese Information rein bildlich und kommt ohne Information in Schriftform aus.