Durch eine zweiflügelige Tür geschlossenes rundbogiges Tor mit waagerechtem Querbalken (Sturz) im Torbogen. Bds. je ein schlanker Turm. Auf der Tormauer eine 6- oder 7- bogige gedeckte Arkade, überragt von 4 Zinnen oder eher Figuren(?).
Varianten (#a0587img, dazu stempelgleich #a0418img ), auch Commodus (#a0431img, #a0536img).

Ref. u. (#k0618) stempelgleich.

Zur Arkade s.Notiz zu #a0035img.
Ähnliche Tordarstellung unter Gadrian in Nikopolis/ Achaia (RPC 530, 533).

Dieser Tortypus macht auf mich einen wenig wehrhaften Eindruck, einesteils wegen der hohen Bogenreihe (die verteidigungstechnisch wenig Sinn hat), andernteils wegen der 4 'Zinnen' (die als solche sehr ungewöhnlich dargestellt sind und bautechnisch auch nicht auf das Dach einer Arkade gehören). Könnte es sich hierbei um nur angedeuteten Figurenschmuck handeln, wäre dieses Tor kein 'richtiges' Stadt- oder Lagertor. Im Gegensatz dazu stehen die völlig schmucklosen, fortifikatorisch sinnvollen Tore wie (#a0114img, #a0343img), die sich in der Regel auch ohne Fensteröffnungen präsentieren (archäologische Beispiele ua Hierapolis, Perge, Thuburbo majus).
Tore können selbstverständlich auch in anderem Kontext gebaut werden. Beispielsweise erinnern die Tore mit Arkaden an Mosaikbilder von Landhaus-Toren, die ja in geringerem Maße der Verteidigung dienen; zB Mosaiken aus Tabarka im Bardo-Museum, Mosaik der Villa des Julius in Karthago - mit dem einzigen Unterschied, daß die Mauer 2-3 mal so lang erscheint wie die Mauer auf der Münze. Geschmückte Tore mit Zierrat aller Art (Säulen, Statuen, Quadrigen, Nischen) findet man eher innerstädtisch als Zugang zu Tempelbezirken (zB Sufetela), zu Märkten und Plätzen (Mithridates-Tor Ephesos), Palästen (Spoleto), Gymnasien (Sardes) ua - dann auch meist verschließbar. Der Übergang zu dauernd offenen (nicht durch Türen verschließbaren) Toren ist fließend: freistehende (also ohne Maueranschluß) repräsentative Prunkbauten im Rahmen von Kaiserbesuchen (zB Tiberius-Tor in Gadara) oder "extra muros" 0,5 km außerhalb der eigentlichen Stadtmauer als Endpunkt einer via triumphalis. Nebenbei erwähnt gab es auch Planungsfehler (wie unsere freistehenden Autobahnbrücken) derart, daß im Rahmen der Stadterweiterung schon ein Tor im Vorgriff auf den späteren Mauerbau errichtet, dann aber doch nicht mehr benötigt wurde (Gerasa).