4-säuliger ionischer Tempel auf schmaler Bodenlinie und mit Dreiecksgiebel (jeweils einreihige Perlschnur); First- und Eckakrotere. Die kannelierten Säulen sind paarweise eng zusammengeführt und lassen Raum für das übliche Kultbild der Artemis Pergaias; in Schulterhöhe links ein Stern, rechts eine Mondsichel.

Ref. Rs. wohl stempelgleich.

Unter den zahlreichen Emissionen mit 2-säuligem Tempel/ Schrein ist die Darstellung eines klassischen viersäuligen Tempels für die pergäische Artemis eine Ausnahme, mW sonst nur bekannt für Hadrian (SNG Pfalz 278) und Maximinus Thrax (vAulock 4692).
Dagegen zeigen die drei unterschiedlichen 'Tetrastyloi' unter Tacitus s.u. a-c) bei genauer Betrachtung entgegen landläufiger Meinung (noch Filges/Artemis, S.483) nur scheinbar eine viersäulige Front, da die mittleren Säulen jeweils unmißverständlich nach rückwärts gesetzt sind (ua von jägerzaunartigen Gittern überschnitten):
a) SNG France 623: die beiden äußeren Säulen tragen den Giebel allein, den inneren Säulen liegt ein eigenes Epistyl auf, sodaß dadurch ein Rahmen für das Kultbild entsteht.
b) SNG France 622: das Epistyl auf den mittleren Säulen ist durch das Kultbild unterbrochen und reicht nicht an die Innenseiten der äußeren Säulen heran.
c) SNG Pfalz 458 (= vAulock 4559): die mittleren Säulen stehen frei und tragen keinen Balken.