4-säuliger wohl korinthischer Tempel/ Schrein mit gewundenen Säulen auf einer Bodenlinie, welche nur die rechte äußere und die linke innere Säule trägt. Die Basis der linken äußeren Säule steht frei tiefer als die Bodenlinie, die rechte innere Säule wird von einem Teil des Kultbilds (Felsmassiv) überschnitten. Ein (bogenartig) geschwungenes Dach liegt allen Kapitellen auf. Die Bodenlinie wird mittig vom Kopf eines Flußgottes (Torso) überschnitten, der in stilisiertem Wasser nach rechts schwimmt. Im Innern sitzt Tyche in Übergröße auf einem Felsen nach links, den Kopf nach rechts gewendet.

Die senkrecht angeordneten Buchstaben in den Feldern neben den Säulen mögen eine Jahreszahl (unvollständig) angeben.

Aus der Stadt ist ein kleineres Nominal (AE 26) für Trebonianus Gallus bekannt (SNG Hunter 2382), welches Tyche in ähnlicher Weise unter einem einfachen Bogen zeigt. Wie üblich muß dabei offenbleiben, ob der Bogen als pars pro toto für den gesamten Tempel/ Schrein steht oder ob er lediglich eine Nische o.ä. innerhalb des Baus wiedergibt.

Dagegen läßt dieses Rs.Bild deutlich erkennen, daß die perspektivische Darstellung eines Schreins auf vier Säulen angestrebt ist. Wie schwierig das für die Graveure gewesen sein muß, ist an der nicht sachgerechten Plazierung der linken Säule zu sehen.
Die geschwungene Dachform (ohne jegliche Erinnerung an irgendeine Giebelstruktur) weist auf einen runden Grundriß oder zumindest auf eine kuppelförmige Bedachung des Baus hin.

Ähnlich sind die Bedachungen der kleinen (zT portablen) Tempel/ Schreine auf Münzen dieser Sammlung (#a0499img, #a0682img, #a0859img), die alle im vorderen Osten geprägt worden sind; aus anderen Regionen sind mir solche nicht bekannt.