Jahr 67 (48/9 n.Chr.).

Burgberg von Anazarbos, davor Kopf des Zeus Olybris rechts.
Auf steiler Felsformation sind zwei Mauertürme mit jeweils drei Zinnen zu sehen. An den linken Turm schließen sich, vermutlich auf gleicher Bodenlinie, ein weiterer kleiner Turm mit (Kegel-?) Dach und eine mehrsäulige Tempelfront mit Dreiecksgiebel an. Der rechte Turm steht etwas tiefer auf einer Linie mit drei außen rechts frei stehenden Säulen.

Es gibt mehrere, meist nur minimal unterschiedliche Rs.Stempel. Die Variante Ziegler/Anaz. 40.1 ist erwähnenswert, weil hier zwischen den Mauertürmen anscheinend nur der Tempel, jedoch mit Front (links) und Längsseite ohne Dach, abgebildet ist. Ein weiterer detaillierter Stempel (Aukt.MuM Stuttgart 11.116) zeigt das gesamte vedutenähnliche Ensemble auf einer durchgehenden Bodenlinie ähnlich wie vor, jedoch sind wohl wiederum zwei Gebäude, jeweils mit Dreiecksgiebeln versehen, zwischen den Türmen dargestellt.
Auch die drei frei stehenden Säulen neben dem rechten Wehrturm sind kaum zu erklären, müssen aber eine besondere (lokale) Bedeutung gehabt haben; sie sind nämlich auf einer späteren Abb. des Burgberges (#a0133img, s.dort) ebenfalls zu finden, obwohl der Blick auf die Akropolis verändert ist (insbes. fehlen die Türme).

Vs. Porträt ist strittig und wird, jeweils mit Fragezeichen versehen, als Germanicus (ua RPC) oder Claudius (ua Ziegler) identifiziert; für Claudius wäre die Leg. "TI CLAUDIUS..." zu erwarten (so RPC).

Zu Abb. von Akropoleis s. (#a0656img).