Zweitürmiger Abschnitt der Stadtmauer auf einem Hügel, ein dritter Turm wird von der Mauer (?) überschnitten. Das Mauerwerk ist aus versetzten Quadern errichtet, die (Rund-) Türme tragen jeweils drei Zinnen, ein Zugang ist nicht vorhanden. Der Abschnitt zwischen den Türmen gleicht weniger einer Mauer als vielmehr einer Galerie. Bds. zu Füßen des Hügels ist jeweils ein weitverzweigter Baum zu sehen, rechts könnte es sich auch um Buschwerk am Abhang handeln (vgl.Abb.Varbanov).
Darunter liegt der Flußgott in halbaufrechter Position mit den Füßen nach links, den Kopf jedoch nach rechts gewendet. Er stützt sich mit seinem linken Ellenbogen auf ein umgestürztes Gefäß, aus dem Wasser fließt (?). Über die linke Schulter ist ein Umhang geworfen. Die leicht angewinkelte Rechte hält ein Objekt (Trinkgefäß, Schnecke).

Eine gleichartige Ansicht (der mittlere Turm im Hintergrund) bietet #a0946img, ähnliche sind die Darstellungen #a0419img und #a0545img (der mittlere Turm vor der Mauer).
Zu den sog. 'dreitürmigen' Toren (!) s. Notiz zu (#a0021img).

Schönert-Geiß (und RPC) kennen nur zwei Ex., die Nachweise von weiteren Abb. (S.57, Nr.17) lassen nicht erkennen, ob es sich bei den dort angegebenen Abb. nur um Wiedergaben von Nr.17.2 handelt (fast ausschließlich Lit. in bulgarischer oder polnischer Sprache).

Diese erste Prägung des Motivs "Burgberg und Hebros" unterscheidet sich von den späteren (#a0419img, #a0545img) einmal durch die Vegetation (Hinweis auf den hl.Hain ?); zum andern ist der mittlere Turm nicht in die Mauer integriert, sondern ohne Zweifel im Hintergrund plaziert (vgl. die Tordarstellungen der Stadt). Diese Anordnung könnte die Ursache dafür sein, daß das Bild unverändert (fälschlich) als Tor interpretiert wird, obwohl ein solches keinesfalls erkennbar ist. Im Gegensatz zu RPC ("city gate", so auch Varbanov, Elkins S.160 uva) wird das Bild von Price/Trell (S.247, 78: "city walls on hill") und Schönert-Geiß (S.57) richtig beschrieben.
In diesem Zusammenhang ist leider festzustellen, daß es bei der Betrachtung von Münzbildern gelegentlich an ausreichender Sorgfalt zu mangeln scheint. Dabei geht es nicht Penibilität um ihrer selbst willen, sondern um die Tatsache, daß infolge solcher Mängel unzutreffende Schlüsse gezogen werden ((s. zB Elkins S.

Offenbar ist erstaunlicherweise bisher nicht thematisiert, daß diese Rs., abgesehen von Umschrift und möglichen Mängeln der Abbildungen, bildgleich in Philippopolis geprägt wurde (s. Rs. Abb. Kolev/1991, S.513, Tf.2, Nr.6 - oh.Abb.Nachweis). Der Autor sieht in der ebenfalls für M.Aurelius geprägten Münze eine realistische Wiedergabe des Hügels "Sachatepe" mit der "Außenansicht des westlichen Festungseingangs (sic)". Diese Interpretation erscheint nicht stimmig, es sei denn die Verantwortlichen in Augusta Traianana hätten das Motiv in Unkenntnis oder Nichtbeachtung seiner speziellen Bedeutung einfach übernommen.

Dagegen rechnet Blanchet (S.3f) mit der Möglichkeit, daß gar nicht die Stadt selbst dargestellt sei, da der Fluß (Hebros) ca. 12 Meilen entfernt sei. Er vermutet, daß die enge bildliche Beziehung zwischen Flußgott und "chateau-fort" (ähnlich Biernacka, s.u.: "fortress") auf dessen Funktion als Sicherung eines Brückenkopfes hinweist.

Es soll nicht verschwiegen werden, daß der 'Bogen' unterhalb der Stadtmauer von einigen als Bild eines Aquaeduktes in Analogie zur Darstellung der Aqua Traiana (Sesterz unter Trajan) gesetzt wird (zB Biernacka/ 1973, S.318f). Dagegen spricht aber doch sehr deutlich der Baumbewuchs - in der Bildsprache doch eher einer Landschaft als einem Aquaedukt zugehörig

Für Caracalla gibt es zwei Varianten des Rs.Motivs (Varbanov engl., S.101 nebeneinander abgebildet): a) eine stilistische Variante der vorliegenden Münze mit einem dritten Turm hinter der Mauer und b) eine Stadtmauer im eigtl. Sinn mit drei Türmen nebeneinander in der Mauer. Die Variante a) ist immer mit Bäumen/ Büschen dargestellt, b) immer ohne. Der Unterschied ist offenbar nicht zufällig, die Absicht des Graveurs wird aber wohl verborgen bleiben.