4-säuliger korinthischer Tempel auf 4-stufigem Unterbau; Dreiecksgiebel, Akroteren. Im Innern eine Sitzstatue der Homonoia (mit Patera und Szepter) nach links.

"Gleichgesinnte Brüderlichkeit" zwischen Marcus Aurelius und Lucius Verus, hier durch das Abbild der Göttin versinnbildlicht. Diese Rs. wurde nur unter Marc Aurel geprägt, muß also für den kurzen Zeitraum eine besondere Bedeutung gehabt haben. Möglicherweise ist die relative Häufung ähnlicher Münzen im Rahmen einer kriegsvorbereitenden Propaganda zu sehen mit der Absicht, die vielen hemmenden Rivalitäten der Städte untereinander zu dämpfen (Ziegler, Anazarbos, S.161ff).
Bosch (S. 219) bezieht die Homonoia jedoch nicht auf das Verhältnis der Kaiser zueinander, sondern auf dasjenige von Boule und Demos nach diversen Unruhen in Nikomedia um 166 n.Chr. (der Handschlag als Sinnbild für die innerstädtische Einigung); die Kaiser gäben demnach ein Vorbild für den kommunalpolitischen Umgang ab.

Ref.: unterschiedliche Tempeldarstellungen bzw. Legendentrennung (Vs.).
Von anderen Stempeln: (#k3000, #k5719).
Eine andere Ikonographie zu Homonoia (Handschlag): Anazarbos (#a0145img, s. dort).

Literatur:

Bosch, C.: Die kleinasiatischen Münzen der römischen Kaiserzeit, Teil II,Bd.1 Bithynien, Stuttgart 1935