Jahr 172 der Ära, 205/6 n.Chr.

4-säuliger Tempel auf Stylobat mit Dreiecksgiebel ohne Akroteren, im Giebelfeld Scheibe oder Punkt. Im Inneren konisches gehörntes Podest auf Basis (Rundaltar/ hl.Stein/ Baetyl; vgl. für Septimius Severus #k3200). Darauf Nike mit Kranz und Palmzweig. Im Vergleich mit (#a0511img, Septimius Severus) handelt es sich eindeutig um die Darstellung desselben Objekts.

Rs. mit Amandry/Remy 53 (jedoch kürassierte Büste) stempelgleich,
Vs. entspricht vermutlich Amandry/Remy 50f, also neue Kombination D20/R48.

Dieser relativ schematisch dargestellte Tempel (vgl. andere Rs. aus Pontos, zB Neokaisareia) diente dem Kult der anatolischen Muttergöttin Ma (oder der von Strabo mit dieser gleichgesetzten Kriegsgöttin Enyo), offenbar hier assimiliert mit Nike. Auf anderen Münzen der Region wird Ma mit Schild und Keule gezeigt.

Archäologisch (und auch literarisch) ist nicht viel bekannt, seit 2004 wird vor Ort versucht herauszufinden, ob es sich um eine echte Polis oder um eine Tempel-/ Priesterstadt o.ä. gehandelt hat. Auch die Beziehungen zu dem gleichnamigen und, wie aus antiken literarischen Angaben zu entnehmen ist, größeren, ebenfalls die Göttin Ma verehrenden Ort in Kappadokien sind unklar; Münzen von dort sind nicht bekannt (oder doch (?) : RPC I, S.559, vgl. #k3331, CNG 79, Nr.632).

Literatur:

Amandry, M./ Remy, B.: Comana du Pont, Glaux XIV, Mailand 1999
Dalaison, J./ Remy, B.: Les divinité d'origine indigène et iranienne sur le monnayage des cités du Pont..., Revue numismatique 170 (2013), S.29-60