um 345-340 v.Chr.

Rs. untere Hälfte: Stadtmauer in zwei Reihen mit jeweils vier Türmen und entsprechend drei Mauerabschnitten. Jeder Turm besitzt drei, jeder Mauerabschnitt zwei Zinnen. Mauerwerk ist nicht sichtbar.
In der oberen Münzhälfte wird ein Stier von einem Löwen angegriffen.
Aram. Umschrift: "Mazaios, Satrap von Euphrat und Kilikien".

Vs.: Baal sitzt auf einem Hocker/ Thron nach links, die Füße auf einem Schemel, in der Rechten ein Langszepter. Links eine Weintraube, daneben eine Ähre. Zwei Buchstaben/ Monogr. und Umschrift "Baaltar" (Baal von Tarsos).

Der Münztyp gehört zu den frühen (sehr sporadischen) Architekturdarstellungen wie zB die Stadtmauern von Sidon (ua BMC 4ff) um 390 v.Chr.

Die Mauern (Pforte Kilikiens? Stadtmauer Tarsos?), ebenso wie die Kraft des Löwen, versinnbildlichen das große Selbstbewußtsein von Stadt und Prägeherr. Dagegen kann die kampflose Übergabe der Mauern von Babylon an Alexander (nach Gaugamela) durch Mazaios ((s. ) nicht Anlaß für die Prägung sein, weil der Vorgang einige Jahre später erfolgt.
Im Handel werden die Mauern auch gern (nach Hendin) als die 'Mauern von Jerusalem' angeboten.

Gewollte oder unbeabsichtigte Reminiszenz ist die Bronze aus Sardes unter Caracalla (Price/Trell Abb. 519).
Die leicht in zwei Reihen gegeneinander versetzten Mauerabschnitte sind auch auf einem Ex. für Germanicus aus Caesarea Germanica (RPC 2017), allerdings mit Tor, zu sehen; sie sind als pars pro toto für die gesamte Stadtmauer zu verstehen.
Mauerabschnitte (ohne Tore): s.o. Sidon und Sardes; Anchialos (#a0044img, #a0417img), Augusta Traiana /#a0545img, #a0882img, #a0964img).

Das Motiv 'Löwe gegen Stier' ((Syrien : Kilikien?)) wird in Tarsos noch unter Gordian (zB SNG France 1697) aufgenommen.

Das Münzmotiv der sitzenden Gottheit erscheint als Prototyp wohl kurz vor 400 v.Chr. (zB Aphrodite in Nagidos), danach bis zur Alexanderzeit nur vereinzelt (zB Pharnabazos, Datames), dann aber mit den Prägungen unter Mazaios und Balakros gehäuft. Mit den wenige Monate später ausgegebenen Alexander-Tetradrachmen ist das Motiv auf Dauer etabliert.