Jahr 271 (208/9).

6-säuliger korinthischer Tempel mit 'syrischem Giebel'. (First- und) Eckakrotere; Architrav und Schrägen aus je zwei Faszien Perlschnur. Unter dem Bogen auf gemeinsamer Bodenlinie ein flammender Altar, im Giebelfeld ein Adler mit offenen Schwingen.

Der Adler im Giebel weist den Bau als ein Heiligtum des Zeus (oder einer regionalen/ lokalen assimilierten Gottheit, s. Lichtenberger, S.53) aus.
Nach (zuerst) Seyrig (ua S.68), dann ua Price/Trell (S. 21) bilden derartige, allerdings nur sporadisch geprägte Rs. im Nahen Osten (aber auch ua in Phrygien: #a0550img) nicht Tempelfassaden ab, sondern Propyla, welche zu offenen Temene mit freistehenden Altären führen (*). Diese Deutung scheint weitgehend anerkannt, zumal solche Heiligtümer auch mehrfach archäologisch nachgewiesen sind (dazu Lichtenberger, S.332), zB Zeus-Heiligtümer in Gerasa und (mit ausgedehnten Propyla) in Nysa-Skythopolis (#a0933img; jeweils ohne numismatischen Beleg).

Die Stadt prägte nur von 206 bis 220 n.Chr.; die in diesem Zeitraum nur für Caracalla und Elagabal geprägte Rs. ist das größte Nominal und die einzige Architekturdarstellung der Stadt. Alle Nominale verlieren von Caracalla über Geta, und J.Domna bis zu Elagabal kontinuierlich an Größe und Gewicht (s.Schema Augé, S.326).

Weitere Altäre in 'Tempeln': s.Notiz zu a.409.

(*) sehr ähnlich ist ein Ex. aus Caesarea Maritima, Sofaer 81; tetrastyl und ohne Bogen: Medaba #a0936img, vgl. Tripolis #a0319img.

Literatur:

Augé, C.: Sur le Monnayge de Dion "de Coelé-Syrie", in: Géographie historique au Proche-Orient, Notes et monographies techniques 23, Paris 1988, S. 325-341
Lichtenberger, A.: Kulte und Kultur der Dekapolis, Wiesbaden 2003
Seyrig, H.: Antiquités Syriennes, Syria 36 (1959), S.38-89, Tf. 7-13)