Jahr 527 der Ära, 215/6 n.Chr.

4-säuliger Tempel mit hohem Hauptgesims (Wellenlinienornament mit Punkten). Darauf oder dahinter ein geteilter Dreiecksgiebel mit Punkt im Feld. Der Giebel überschneidet eine Attika (oder ein rückwärtiges Gebäude oder eine Temenosbegrenzung, so Trell, s.Notiz zu #a0173img). Der 'Bau' steht auf einer Bodenlinie, zu der eine zentrale 2- stufige Treppe führt. Zwischen den mittleren Säulen flammender Altar auf flachem Sockel, zwischen den Säulen links Statue des Helios, rechts Statue der Selene, beide mit ausgestrecktem rechten Arm. Bds. neben dem Pediment ein Stern.

Rs.Varianten (ohne Giebel u. Attika!): (#k1857 = Auktion MuM 20.86; #k2827)
Rs.stempelgleich unter Caracalla (BN onl 41741532); vgl. Elagabal (#a0319img), Alexander Severus (#a0572img).

Nach Trell (S.33f) sind die rechtwinkligen Linien 'hinter' den Giebeln (zB #a0572img, #a0319img, s.dort) als Hinweis auf einen hl.Bezirk mit den Schreinen der tripolitanischen Trias verstehen; diese rechteckigen 'Bauteile' werden jedoch von anderen Autoren auch als Attika angesehen.
Die viersäulige Front repräsentiert den Eingang zum Temenos; dort stehen die eigentlichen Schreine/ Tempel, die von den Stempelschneidern sinnbildlich (pars pro toto) mittels Altar bzw. Statuen in den Vordergrund gerückt wurden,
s. Notiz zu #a0963img (Dium).

Zu den dreigeteilten Fronten als Vorläufer für dreischiffige Basiliken s. Notiz zu #a0319img.

Literatur:

Trell, B.L.: Architectura numismatica orientalis. A short guide to the numismatic formulae of Roman Syrian die-makers, NC 10 (1970), S.29-50