4-säuliger Rund (!)-Tempel ionischer Ordnung auf 2-stufigem Fundament mit relativ steilem Dach und mit Akroteren; Punkt im Interkolumnium.

RPC 312 definiert den Bau als "tetrastyle temple" (so auch ua SNG Cop, Lindgren, BMC), tendiert nach der Wortwahl demnach zu einem Tempel mit rechteckigem Grundriß. Alle mir verfügbaren Abb. (RPC, SNG Cop, Evelpidis, Lindgren, vgl. #k3401) dieses Typs zeigen jedoch keine abgrenzbaren Giebelstrukturen, sondern lediglich ein fast spitzwinkliges glattes Dach im Sinne eines Kegels (tectum rotundum) - und damit einen Rundtempel (so auch AMNG, Evelpidis, Varbanov). Im Gegensatz zu der vorliegenden Prägung zeigt eine andere Münze (#a0448img, s.dort) eindeutig eine Tempelfront mit ausgearbeitetem Dreiecksgiebel (incl. Schild im Feld) und mit einer Statue im Innern, sodaß mit Sicherheit zwei verschiedene Tempel wiedergegeben werden. Beide Typen (Tempelfront und Rundtempel) sind unmittelbar nebeneinander bei Lindgren II, 1139f und Varbanov engl. 3803f abgebildet; vgl. Gegenüberstellung Josifovski S.12f (Abb. 9ff u. 13ff).

Diese Vs.Legende (also nicht die im Text RPC wiedergegebene) haben auch: RPC 312.4 (=AMNG, von einem weiteren Rs.stempel) u. 312.7 (=Lindgren, Rs. wie RPC). Bei Josifovski bleiben die Vs.Legenden allesamt unklar.

Die Architekturmünzen wurden von Vespasian bis Trajan mit einer einzigen Nachzüglerin unter M.Aurelius (Josifovski, Tf.8.91) geprägt. Neben dem Rundtempel sind wohl zwei Tetrastyloi dargestellt, ausweislich der Figuren in den Tempeln Zeus und Asklepios gewidmet (s.vergrößerte Abb. Josifovski S.85). Das Dictum, ein Tempel "as a representation is always connected to the existence of a certain shrine" (ebd. S.141), ist forsch.

Lit.:
Josifovski, P.: Roman mint of Stobi, Skopje 2001